CIO 042 – IT-Strategie für hohe Geschwindigkeit und schnelle Innovationszyklen

Innovation & Geschwindigkeit

Innovation & Geschwindigkeit

Hallo und herzlich willkommen zur CIO Podcast Folge 42. Die Geschwindigkeit im Markt nimmt zu. Auch Innovationszyklen verkürzen sich. Daraus ergeben sich Herausforderungen für die Geschäftsleitung und die CIOs und IT-Manager auf die Veränderungen zu reagieren oder besser noch diese aktiv zu gestalten und Ihre IT-Strategie dahingehend auszurichten.

Folgende Aspekte werden in der Podcast-Folge besprochen:

  • Geschwindigkeit am Markt – Zeitintervalle von Industrie 1.0 – Industrie 4.0 [00:00:30]
  • IT-Strategie Zeithorizonte [00:03:15]
  • Disruptive und Technologie- und IT-basierte Geschäftsmodelle [00:05:30]
  • IT-Strategie im Innovate-Design-Transform Paradigma [00:07:05]

Viel Spaß beim Hören des Podcasts. Ich freue mich, wenn Sie ein kurzes Feedback hinterlassen, wie Ihnen die Folge gefallen hat und Sie mit diskutieren.

Podcast als Text

Geschwindigkeit am Markt – Zeitintervalle von Industrie 1.0 – Industrie 4.0

Heute geht es um das Thema IT-Strategie für hohe Geschwindigkeit und schnelle Innovationszyklen. Die Geschwindigkeit am Markt nimmt stetig zu. Ich denke, das werden die einen oder anderen sicherlich am eigenen Leibe zu spüren bekommen, gerade wenn Sie in der IT sind, werden doch die Anforderungen, die Technologien, immer schneller. Auch die Innovationszyklen verkürzen sich.

Jetzt schauen wir uns das Ganze einfach mal an, von der Industrie 1.0 bis zur Industrie 4.0, wie viele Jahre dazwischenliegen und wie schnell dann die Entwicklung jetzt auch in den letzten Jahren sich weiterentwickelt hat und vielleicht auch noch in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

Industrie 1.0

Ich denke da, die Geschwindigkeit wird nicht abnehmen, sondern eher zunehmen. Die Dampfmaschine entstand zirka 1712, rückwärts betrachtet wäre das dann quasi die Industrie 1.0.

Industrie 2.0

Mehr als 100 Jahre später, eigentlich eher so 150 Jahre später, kann man von der Industrie 2.0 sprechen, über die Einführung der Elektrizität als Antriebskraft und Bandarbeit. Das war eigentlich so die 2. industrielle Revolution so um 1870 herum.

Industrie 3.0

Dann die Industrie 3.0, die startete eigentlich schon in den 40er Jahren, also 1940er Jahren, mit der Entwicklung des ersten Computers von Konrad Zuse. Aber da war das Ganze noch nicht marktreif, das heißt das war erstmal der erste Schritt, die erste Entwicklung. Erst ab den 70er Jahren, also 1970er Jahren, startete dann tatsächlich die 3. industrielle Revolution so, also was wir heute Industrie 3.0 nennen. Da ging‘s um weitere Automatisierung durch Elektronik und IT. Das war eigentlich der Hauptfokus.

Industrie 4.0

Wenn man jetzt sieht, statt 150 Jahre sind das nur noch 100 Jahre und dann knappe 40 Jahre später haben wir schon die Industrie 4.0. Alles was wir heute unter modernen Technologien verstehen, sogenannte Cyber Physical Systems, die Begriffe Smart Factory und moderne vernetzte verteilte Datenverarbeitung kommen halt häufig da zur Sprache. Und eben das Thema, dass wir nicht mehr in klassischen Systemen arbeiten, sondern dass es eigentlich um Dienste geht, die angeboten werden und eben digital vernetzt sind. Das ist eigentlich so im Moment die Industrie 4.0 mit allem, was dazugehört und allen möglichen sonstigen Begriffen, die da im Moment verwendet werden.

Industrie 5.0?

Das ist eigentlich das, was sich dann abzeichnet, was vielleicht Industrie 4.0, vielleicht aber auch schon Industrie 5.0 dann sein wird. Da geht es dann sicherlich um die Mensch-Maschine-Kommunikation. Das könnte durchaus schon Industrie 5.0 sein und gar nicht mehr so weit weg, also wird bestimmt keine 40 Jahre mehr dauern. Das ist eigentlich das, was sicherlich dem ein oder anderen Kopfschmerzen bereitet, andersherum natürlich auch extrem spannend ist, in der Zeit zu leben, wo es sich einfach schneller wandelt. Dafür sollte man sich aber auch darauf einlassen denke ich. #00:03:18

IT-Strategie Zeithorizonte

Da gibt es immer die zwei Wege, wie man damit umgeht. Die einen bauen Mauern und hoffen, dass sich nichts verändert und die anderen bauen Windräder und gucken halt, dass sie das ganz gut mitnehmen und irgendwie versuchen sich da ganz geschickt zu platzieren. Ich denke, das liegt an jedem selber wie man das letztendlich für sich dann auch wahrnimmt und ausgestaltet.

Wenn Sie jetzt als CIO oder IT-Manager oder vielleicht als Geschäftsführer zuhören, dann ist das auch ein ganz wichtiger Punkt für Ihr Geschäft, genau das zu berücksichtigen. Wenn man das jetzt so hört, dann sagen in Gesprächen doch viele, ja, aber das kann man gar nicht mehr so langfristig planen.

Na das ist auch richtig, weil Sie können nicht in die Glaskugel schauen. Also man kann keine ewigen langen Zeithorizonte mehr in der IT-Strategie festlegen, sondern die sollte man mit Bedacht wählen und dann einfach für sich festlegen, was ist eigentlich jetzt, wenn ich eine IT-Strategie festlege, ein cleverer Horizont, in dem ich eigentlich was erreichen kann? Also nicht so kurz, dass ich gar nichts verändern kann, aber der sollte so überschaubar sein, dass man sicher sein kann, okay, bis dahin habe ich auch eine gewisse Veränderung bewirkt und die ist so groß, dass ich damit auch echt was verändern kann.

Dann lieber Auslöser festlegen, so Strategie-Checks für sich selber oder für Ihr Unternehmen, wo Sie dann sagen, okay, da schauen wir jetzt nochmal nach, ob das alles so passt. Vielleicht auch zum Beispiel irgendwie so Events sich für sich überlegen. Zum Beispiel Eintritt neuer Marktteilnehmer, wenn es irgendwie Übernahmepläne gibt und Sie sagen, hm, wir mögen ganz gerne in dies und jenes Geschäftsfeld investieren, dann sind das immer so klassische Punkte, wo man nochmal die Strategie zu Rate ziehen sollte und nochmal mal gucken sollte, passt das eigentlich so, wollen wir das so und wie bewegt man sich dann weiter.

Klassischerweise ist die IT-Strategie gut eingebettet in die Geschäftsstrategie. Wenn es irgendwie geht, sollte man das beides zusammen bearbeiten und auch zusammen verabschieden, dass das auch zusammenpasst. #00:05:27

Disruptive und Technologie- und IT-basierte Geschäftsmodelle

Aus meiner Sicht sollte man bei der IT-Strategie berücksichtigen, dass man Innovationen berücksichtigt, dass man ein gewisses Design seiner IT-Systeme berücksichtigt und vor allen Dingen die Transformation, also das sogenannte Paradigma Innovate-Design-Transform. Das habe ich auch schon mal in einer der ersten Podcast-Folgen angesprochen (Podcast Folge CIO 002). Ich denke mal, das ist auf jeden Fall was, was man sich da immer merken sollte.

Und natürlich das Thema Digitalisierung sollte man aus meiner Sicht berücksichtigen. Jetzt kommen natürlich viele und sagen, ja, was heißt denn Digitalisierung (Podcast Folge CIO 036)? Das kann durchaus ganze Geschäftsmodelle verändern und auf den Prüfstand stellen. Am cleversten ist es aus meiner Sicht, wenn Sie sich für Ihr eigenes Geschäftsmodell fragen, was ist eigentlich die größte Disruption, also das größte Störfeuer, was uns passieren könnte als Marktteilnehmer? Disruption durch Technologie, durch neue Marktteilnehmer oder was auch immer.

Überlegen Sie, wie Sie Ihr eigenes Geschäftsmodell quasi durch Technologie abschaffen könnten und im gleichen Zuge wie Sie dann mit Innovation und Differenzierung durch Technologie ermöglichen könnten sich entsprechend zu positionieren und am Markt auch teilzunehmen und da genau das dann zu nutzen, also genau diese Technologie auch zu nutzen.

Das ist das, was ich eben sagte. Die einen bauen Mauern und hoffen, dass es so lange wie möglich gut geht und die anderen schauen sich an, okay, welche Technologie ist denn am Markt verfügbar oder in Kürze vielleicht marktreif, die ich nutzen kann, damit ich in ein extremes Differenzierungspotenzial habe. Genau da gehe ich dann rein und versuche da eine Nische zu finden, wo der Markt genau passt und wo Sie Ihr Geschäftsmodell neu entwickeln können und sich neu aufstellen können. #00:07:08

IT-Strategie im Innovate-Design-Transform Paradigma

Innovation

Ich denke, die CIOs, die technologische Disruptionen auch mitentwickeln oder sich das vorstellen können, die finden immer Wege für eine gute strategische Ausrichtung im Unternehmen ihrer IT-Organisation und die werden dann auch vorne mit dabei sein und sagen können, okay, wir haben das so und so aufgestellt, wir haben uns da vielleicht auch ein entsprechendes „Ökosystem“, sage ich mal in Anführungsstrichen, geschaffen, worin wir dann entsprechend da auch Technologieführer sind oder in einer oder anderen Nische Platz nehmen können. Das ist was, wo man sein Geschäftsmodell denke ich durchaus überarbeiten sollte oder zumindest hinterfragen sollte, wo können eigentlich die Störfeuer kommen?

Wenn man darauf vorbereitet ist, dann lebt es sich deutlich besser, als wenn man davon über Nacht überrascht wird. Dann ist das nicht mehr so ganz komfortabel. Also überlegen Sie lieber selber vorher, wo es durchaus sinnvoll ist sich zu beschäftigen und dann auch da entsprechend was zu investieren.

Ich denke, was wichtig ist, habe ich gesagt, Innovation. Das hatten wir eben schon von dem Paradigma, das war jetzt der Teil.

Lösungs-Design

Lösungs-Design spielt auch eine extrem wichtige Rolle. Also wie muss ich den eigentlich meine Services oder meine Dienste, die ich dann anbiete, vielleicht durch Technologien unterstützt anbieten, damit sie auch einfach und intuitiv zu bedienen sind für den Nutzer und für den Kunden? Das wird immer wichtiger werden.

Die Leute sind es gewohnt auf ihrem Smartphone recht einfach alles zu finden und zu navigieren und sind eigentlich auch gewohnt, also dass leider noch in der Geschäftswelt nicht alle Anwendungen so leicht zu bedienen sind wie mit einem Smartphone. Dass man da lange Schulungen für braucht und dies und das. Je besser wir schaffen es schaffen, das zu vereinfachen und diese intuitive Bedienung auch zu ermöglichen, desto besser wird das Ganze auch. Da bin ich von überzeugt und das wird auch sicherlich immer ein Punkt sein, ob sich Firmen weiterentwickeln oder eben nicht.

Transformation

Der 3. Punkt, die Transformation, ist aus meiner Sicht auch extrem wichtig und man sollte sich bei allen strategischen Überlegungen bei der IT-Strategie immer die Frage stellen: Ist das realistisch? Kann ich das Ganze umsetzen? Wie ist der Weg für eine solche Transformation, dass ich die Gedanken, die ich da habe, auch in die Tat umsetzen kann und dass sich das wirklich in der Organisation verankert?

Meine Erfahrung ist, dass es sich da eignet, dass Sie 2 verschiedene Wege gehen. Der eine Weg ist, Sie stoßen schnelle Maßnahmen an und sagen, das sind jetzt wirklich sogenannte „Quick Wins“. Die lassen Sie starten und Sie haben entsprechende strategische Maßnahmen, wo Sie sagen, die sind entsprechend ausgearbeitet, die sind auch mit einem anderen Umsetzungszeithorizont versehen und die starten nacheinander in einer entsprechenden Roadmap festgeschrieben.

Da kommt jetzt wieder der Punkt, da sagen die Leute, ja, wir haben doch gesagt, wird alles schneller, weiß ich doch heute gar nicht, ob das morgen überhaupt noch aktuell ist. Das ist richtig. Wissen Sie nicht. Aber wenn Sie gar nichts machen, werden Sie getrieben. Der Punkt ist herauszufinden, okay, wo will ich eigentlich hin? Was ist mein Ziel? Was ist meine Strategie? Und wie komme ich da trotz der Umstände, die ich am Markt nun einmal immer nicht unbedingt beeinflussen kann, wie komme ich dahin? Dann gibt’s natürlich Zeitpunkte, wo Sie sagen, okay, ich muss es nochmal anpassen, ich muss es nochmal überarbeiten, aber Sie haben auf jeden Fall die Richtung.

Sie arbeiten mit ihrem Team und mit Ihrer Mannschaft da dran, dass Sie diese IT-Organisation, die Sie haben, auch in diese Richtung bewegen. Wenn Sie auf dem Weg sind, ist das auf jeden Fall besser, als wenn Sie einfach da stehen und warten bis Sie irgendeiner in irgendeine Richtung treibt. Dann sind Sie der Getriebene, dann können Sie nicht mehr selber agieren.

Selber agieren ist sicherlich geschickter als zu warten bis es jemand anders tut. Viele CIOs, das habe ich eben auch schon gesagt, die beklagen immer, dass es keine Geschäftsstrategie gibt, dass sie sagen, naja ich würde ja gerne IT-Strategie machen, aber unsere Geschäftsführung, die weiß auch nicht so genau. Das ist natürlich klar ein ganz wichtiger Punkt, aber da sollte man dann auch aus der IT-Ecke heraus genau diesen Punkt Digitalisierung mal nehmen und mal aufbereiten, was das denn eigentlich fürs Geschäft als solches heißt?

Also wo, an welcher Stelle, das originäre Geschäft, was man jetzt hat, vielleicht durch solche Disruptionen technischer Natur gefährdet sein könnte. Dann werden Sie feststellen, dass auch Geschäftsführung und Vorstände ganz plötzlich ganz schnell dieses Thema aufgreifen werden und sagen, okay, Moment mal, das ist gar nicht so ohne und das kann uns tatsächlich ganz schön zu schaffen machen. Damit haben Sie dann letztendlich auch die Möglichkeit zu sagen, okay, lasst uns doch mal schauen wie wir damit umgehen mit diesen technologischen Veränderungen und wie wir als Unternehmensstrategie und auch als IT-Strategie etwas festschreiben können, damit wir damit gut umgehen können und innovativ sind und letztendlich auch gewappnet sind für die Zukunft.

Ich denke, wenn Sie das haben und diese integrierte Geschäfts- und IT-Strategie anstreben, dass Sie dann auf jeden Fall gut gewappnet sind auch die Digitalisierung zu meistern und sich darüber Gedanken zu machen und dann eben auch auf die schnellen Innovationszyklen und auf die Geschwindigkeit, die wachsen wird, die vielleicht sogar exponentiell wachsen wird, sich einzustellen und ganz vorne mit dabei zu sein. Ich denke, das ist das, was wirklich gute Geschäftsmodelle auch auszeichnet, sich immer wieder zu hinterfragen und auch die neuen Technologien, die es am Markt gibt, auch zu nutzen. Insofern war‘s das wieder für heute.

Bildnachweis: © CC0 Public Domain/ pixabay.com

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