CIO 030 – Strategiekommunikation: IT als Mauerblümchen vs. Lebensadern des Unternehmens? Interview mit Sören Wendt

Sören Wendt

Sören Wendt

Hallo und herzlich willkommen zur Folge 30. Wird die IT-Organisation und das IT-Management als Mauerblümchen oder als Lebensadern des Unternehmens gesehen? Alles eine Frage der Kommunikation. Zum Thema Strategiekommunikation spreche ich heute mit Sören Wendt. Sören Wendt ist Redenschreiber und Strategieberater.

Folgende Aspekte werden in der Podcast-Folge besprochen:

  • Die eigene Haltung ist entscheidend für die Kommunikation [00:02:00]
  • Die wesentliche Botschaft herausfinden und transportieren in einer Rede oder Kommunikationsunterlage [00:05:00]
  • Die Art der Strategiekommunikation: Harte Fakten vs. Emotionen [00:07:45]
  • Mauerblümchen vs. Lebensadern des Unternehmens – authentische Kommunikation [00:10:50]
  • Kommunikation für den strategischen Wandel, worauf kommt es an? [00:12:50]
  • Kommunikation verbindet Menschen und ermöglicht Beziehungen, was sollten Führungskräfte beachten? [00:15:10]
  • Einen Tipp an einen CIO bzw. eine IT-Führungskraft [00:17:40]

Sören Wendt ist seit 2013 freier Berater in Hamburg. Und er erstellt Artikel, Pläne, Konzepte für diverse Behörden und Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf Entwicklung von Strategien und Strukturen. Er führt Konfliktmoderationen durch für Management-Teams. Er hat Erfahrung als Redenschreiber für vielfältige Anlässe, von der Mitarbeiterversammlung über Kongresse großer Industrieverbände bis hin zu Parlamentssitzungen. Sören Wendt ist geboren in Kiel, aufgewachsen in Athen, hat Volkswirtschaftslehre an der Universität in Kiel studiert. War lange Zeit parteiloser Referent in der Ministerialverwaltung von Schleswig-Holstein und Berater bei der Prognos AG sowie bei Ernst & Young, Leiter der Planung und Kommunikation eines mittelständischen Familienunternehmens und hat Erfahrungen mit eigenen Aufsichtsratsmandaten und bildet sich ständig fort. Zum Beispiel in Langzeitweiterbildungen zum systemischen Berater und Supervisor.

Strategien entwickeln reicht nicht, man muss Sie auch transportieren und kommunizieren. Strategiekommunikation ist eine Kunst wie das Schreiben einer Rede, der Erfolg ist von mehreren Faktoren und dem Umfeld abhängig, daher sprechen wir über die Parallelen. Freuen Sie sich mit mir auf spannende Einblicke zum Thema Kommunikation, Reden und Strategiekommunikation. Viel Spaß! Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Diskutieren Sie mit.

Transkript des Interviews

Petra Koch: Ja Sören, du bist Redenschreiber und Strategieberater. Welche Rückschlüsse lässt eine Rede auf den Redner zu? #00:02:07.6#

Sören Wendt: Das ist eine schöne Frage. Aus meiner Sicht tatsächlich keine, weil sich der Redner immer in einem relativ komplexen Umfeld bewegt und es gibt diverseste Punkte, was eine Rede bewirken kann. Und ob dieser Impuls durch den Redenschreiber ausgelöst wird oder durch das Umfeld oder durch die Rede, das lässt sich eigentlich nicht direkt zurückführen. #00:02:33.7#

Petra Koch: Okay. Was ist da im Kontext wichtig? Du hast es gerade gesagt: Der Kontext und das Umfeld ist wichtig. Was können da Faktoren sein? #00:02:42.1#

Sören Wendt: Also aus meiner Sicht ist es so, dass oftmals über das Thema Kommunikation gesprochen wird und vorgelagert über das Thema Strategie. Und aus meiner Sicht ist das auch noch nicht ausreichend, sondern es gibt noch einen vorgelagerteren Punkt und das ist das Thema Haltung. Wenn eine Führungskraft etwas durchsetzen möchte, muss sie zuerst eine eigene klare Haltung entwickeln, was sie möchte. Daraus ergibt sich dann eine Strategie und daraus dann die Kommunikation. Und ob das gelingt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. #00:03:21.0#

Petra Koch: Und was sind das für Faktoren? #00:03:23.4#

Sören Wendt: Zum einen, ob überhaupt die klare Haltung schon vorhanden ist und dass, ich meine Hauptaufgabe, das ich bei der Herstellung der Klarheit, der Haltung unterstütze. Dann, ob es gelingt diese Haltung in eine Strategie zu überführen und schließlich, ob es gelingt die Strategie in eine Kommunikation zu überführen und dabei könnten diverseste Sachen nicht funktionieren und es muss halt das gesamte Umfeld in Betracht gezogen werden. Also was sind, was für eine Kultur herrscht im Unternehmen? Was ist die Strategie? Was ist das Ziel? Wer sind die Menschen? Wer sind die Stakeholder? Und das alles muss in ein Gesamtkonzept gegossen werden. #00:04:10.0#

Petra Koch: Und wenn ich das jetzt eben so richtig herausgehört habe, dann sagst du: Die Haltung ist auch wichtig von demjenigen, der das letztendlich nachher vorträgt, also von der Führungskraft, die dann auch die Strategie mit entwickelt. Und da kann ich mir vorstellen, das ist sehr wichtig gerade auch in der Kommunikation dann, dass das kongruent ist, also, dass es authentisch ist oder? #00:04:28.8#

Sören Wendt: Ja das ist, das ist das Wichtigste. Also mir gefällt der Begriff Redenschreiber sehr gut, weil die Kommunikation an die Person gebunden ist. Und wenn diese Person authentisch ist, dann glauben die Zuhörer auch, was der Mensch sagt. Und wenn das nicht der Fall ist oder man versucht den Menschen extrem zurecht zu schleifen, dann hat das keine Wirkung. #00:04:56.1#

Petra Koch: Ja okay. Wie findest du denn dann heraus, worum es demjenigen wirklich geht und was die wesentliche Botschaft ist, dies es zu transportieren gilt, wenn du zum Beispiel eine Rede entwickelst oder eine Kommunikations-Unterlage? #00:05:08.8#

Sören Wendt: Also das sind diverse Faktoren. Das eine ist tatsächlich, dass ich sehr auf mein Bauchgefühl höre und einfach schaue, wo sind Widersprüche? Was ist, was steht zwischen den Zeilen? Was höre ich zwischen den Zeilen raus? Was sind so Muster? Und es gibt auch so Begriffe, die das eigentliche Thema überdecken. #00:05:35.3#

Petra Koch: Okay. Kannst du so ein Beispiel nennen? #00:05:37.7#

Sören Wendt: Ja. Also ein schönes Beispiel ist das Thema Kommunikation. Ich höre oftmals, dass die Menschen sagen:

„Bei uns funktioniert die Kommunikation nicht.“

Und das kann diverse Punkte eigentlich umfassen. Also beispielsweise kann das bedeuten: Es geht gar nicht um die Kommunikation, sondern es geht darum, dass gar keine Transparenz hinsichtlich der Strategie herrscht oder dass es gar keine Strategie gibt. Und man schiebt das alles auf das Thema Kommunikation, weil sich das irgendwie anbietet. Und den wirklichen Knackpunkt herauszufiltern, das ist eigentlich meine Hauptaufgabe.

Und das ist wirklich, da ist viel Erfahrung und Bauchgefühl und auch tatsächlich auch mein Menschenbild. Ich versuche möglichst viel Distanz zu haben zu dem, was mir gesagt wird, um einfach andere Perspektiven reinbringen zu können und gleichzeitig versuche ich Empathie aufzubringen, um das zu verstehen. Und aus diesem Gesamtkonstrukt entwickle ich dann eine Idee, die ich dem Redner vorstelle oder dem Kunden vorstelle. Und es ist interessant für mich, wie er darauf reagiert. Oftmals ist der Kunde dann empört (lachen) und das ist für mich eine ganz wichtige Information, weil ich dadurch herausfinden, wo die Grenzen sind und wo er sich tatsächlich bewegt, also durch seine Reaktion, durch seine auch vielleicht etwas fundamentale Reaktion merke ich, dass er bei der Sache ist, dass er emotional engagiert ist und wo seine Grenzen sind. #00:06:56.8#

Petra Koch: Okay. Also dass er sich quasi damit noch identifizieren kann, wenn irgendwas zu plakativ dargestellt ist oder zu sehr herausgearbeitet ist oder? #00:07:05.2#

Sören Wendt: Exakt. Er muss sich halt mit dem identifizieren, weil bei einer Rede steht er ja mit seiner Persönlichkeit ein. Ja. Und von daher muss es halt passgenau sein. Und ich muss halt rausfinden, wo es noch passgenau ist und wo nicht. Und nur, wenn er auch sozusagen engagiert ist, merke ich, wo es passt und wo es nicht passt. #00:07:28.9#

Petra Koch: Das ist ja bei der Strategie genau das Gleiche. Also man kann ja nicht quasi eine Strategie für ein Unternehmen entwickeln und sagen: Das passt jetzt für alle. Sondern das ist ja auch eine passgenaue Geschichte, die immer anders ist in jedem Unternehmen. #00:07:42.4#

Sören Wendt: Exakt. #00:07:43.5#

Petra Koch: Und in der Geschäftswelt erleben wir häufig Vorträge, viele mit harten Zahlen, Daten und Fakten. Und wenn es um die Strategie geht, dann fehlen ja die harten Fakten und Zahlen in der Regel, dann geht es halt viel um, du hast das schon angesprochen, um emotionale Aspekte, kann ich mich damit noch identifizieren? Diese Punkte stehen ja dann im Vordergrund. Und was eignet sich aus deiner Sicht am besten, um das dann zu kommunizieren, wie das so schön heißt? #00:08:11.4#

Sören Wendt: Also aus meiner Sicht erlebe ich häufiger, dass Strategien auch mit harten Fakten verkauft werden, leider. Das heißt, ich würde mir tatsächlich häufiger wünschen, dass es ein bisschen emotional unterfütterter wäre. Und oftmals werden zwar Strategien verkauft, allerdings fehlt dann auch das, was ich auch vorher sagte, im Endeffekt diese Grundhaltung derjenigen, die es letztendlich verantworten müssen und dadurch kommt es zu so einer Kappung der Persönlichkeit des Verantwortungsträgers und der Strategie und oftmals glauben dann die Mitarbeiter oder ziehen nicht mit. Und ich denke, dass der Schlüssel da drin liegt, diese Haltung herauszufiltern, die in Strategien zu überführen und somit eine Beziehung aufzubauen mit denjenigen, die letztendlich das Projekt umsetzen sollen oder die Strategie. #00:09:07.0#

Petra Koch: Für die Leute, die das jetzt zum ersten Mal hören und sagen: Okay, was verstehe ich denn jetzt eigentlich unter Haltung? Was würdest du sagen ist da wichtig? Man spricht da ja häufig drüber, da hat man eine klare Haltung, aber was macht das aus? #00:09:19.5#

Sören Wendt: Also im Endeffekt stehen zwei Punkte im Mittelpunkt. Das eine ist das eigene Wertesystem und über Werte wird oftmals sehr viel gesprochen und jedes Unternehmen hat inzwischen die eigenen Werte auf der Homepage. Und oftmals sind das immer die gleichen Werte und die sind teilweise abgekupfert, teilweise sind die möglichst belanglos, um sich nicht zu sehr festzulegen. So. Und das bedeutet aber, dass sie dadurch aber eben auch einfach keine Wertigkeit haben.

Der erste Schritt ist also rauszufinden, was sind wirklich die Werte? Und auch dazu zu stehen, auch wenn die ein bisschen kantig sind. Das ist das eine und das zweite ist auf Basis dieser Werte eine Entscheidung zu treffen und zu dieser Entscheidung auch zu stehen und die auch entsprechend transparent zu kommunizieren. Das sind für mich zwei wesentliche Punkte.

Also eine Haltung beruht für mich auf Basis eines wirklichen Wertesystems eine Entscheidung konsequent zu treffen und umzusetzen. #00:10:20.1#

Petra Koch: Das heißt, wenn ich die Strategie entwickelt habe, die auch so durchzusetzen und umzusetzen und nicht jeden Tag wieder was Anderes zu entscheiden oder? Das wäre zum Beispiel ein Aspekt. #00:10:31.2#

Sören Wendt: Ja. Also mir ist wichtig, dass es jeweils maßgeschneidert sein muss. Es kann ja eine Strategie sein, einen iterativen Prozess zu initiieren und der würde bedeuten, dass man auf Basis dieses iterativen Prozesses tatsächlich nachsteuert. #00:10:46.0#

Petra Koch: Genau. Auf jeden Fall. #00:10:48.1#

Sören Wendt: Aber dann müsste man eben auf diesen iterativen Prozess bekennen. #00:10:51.8#

Petra Koch: Ja. Kommen wir ein bisschen stärker auf die IT-Organisation. Die IT-Organisation führt in vielen Unternehmen ein sogenanntes „Mauerblümchendasein“, das heißt, es ist oft unklar, was sie wirklich alles leistet. Sie ist zwar da und tut ihren Dienst, aber im Unternehmen wird sie gar nicht so häufig wahrgenommen. Wie kann ein CIO oder ein IT-Manager die Strategie und die Organisation als Ganzes mit ihren Aufgaben wirklich authentisch auch darstellen und das auch verkörpern, was die alles leisten? #00:11:22.8#

Sören Wendt: Auch da ist sozusagen die Grundfrage:

„Was will denn die IT-Organisation eigentlich?“

Dieses Mauerblümchendasein hat ja auch seine Vorteile. Also man steht oftmals abhängig vom Unternehmen natürlich auch nicht so im Fokus und hat dadurch relativ viele Freiheiten. Und wenn man jetzt ein anderes Standing sich erarbeiten will, hat das auch wieder als Konsequenz, dass man natürlich diese Freiheiten vielleicht nicht mehr in dem Maße hat und vielleicht auch mehr im Fokus steht und von daher ist auch hier die Grundfrage:

„Was will denn der Verantwortliche?

Will er ein anderes Standing haben?

Und dann in welcher Weise?“

Und entsprechend dieser Entscheidung, was er will, müsste man dann schauen, wie sich das verwirklichen lässt. Also angenommen er sagt, er möchte jetzt dieses „Mauerblümchendasein“ nicht haben, sondern die Bedeutung, die wirkliche Bedeutung sollte ein bisschen stärker herausgestellt werden. Dann wäre es vielleicht auch sinnvoll sich von diesem Technischen vielleicht ein bisschen zu lösen und die Bedeutung von IT-Prozessen als Lebensader von Unternehmen vielleicht darzustellen, also eine andere Sprache finden, ein anderes Bild entwickeln, wo die IT nicht nur technisch ist, sondern Ihre Bedeutung transportiert. #00:12:33.7#

Petra Koch: Also auch klarzumachen, wie umfangreich das ist und dass im Prinzip die IT ja heutzutage überall wichtig ist. Und wenn man entsprechend, wie du so schön gesagt hast, die Lebensadern irgendwo kappt an einer Stelle, dann funktioniert halt auch das Gesamtgebilde nicht mehr. #00:12:50.7#

Sören Wendt: Richtig. #00:12:52.0#

Petra Koch: Häufig, du hast es schon angesprochen, halten Mitarbeiter und Führungskräfte ja auch an Bewährtem fest. Du hast es schön gesagt, man will ja häufig vielleicht auch gar nicht aus dem „Mauerblümchendasein“ raus und hält an diesem Bewährten fest. Wenn sich derjenige jetzt von seiner Haltung so wie ich dich richtig verstanden habe, also dazu entschließt doch etwas zu ändern, wie nimmt er dann auf dem Weg seine Mitarbeiter am besten mit, diesen strategischen Wandel auch zu vollziehen? Weil jeder Mitarbeiter hat ja auch wieder seine eigene Haltung. #00:13:20.5#

Sören Wendt: Ja. Also sage mal, wenn es darum geht Veränderungsprozesse durchzuführen, gibt es im Grunde genommen so ein paar Grundregeln und das bedeutet Transparenz kommunizieren, konsequent durchsetzen et cetera. Aus meiner Sicht ist aber ein Schlüsselfaktor, der ein bisschen zu kurz kommt, dass gerade die Querköpfe und die menschlich in den Widerstand gehen, über ein enormes Wissen und Informationen verfügen, die für dieses Veränderungsmanagement existenziell sind. Und diese Menschen mit einzubeziehen und dieses Wissen aufzugreifen, ist aus meiner Sicht der Schlüsselfaktor, um Veränderungen wirklich durchzuführen und aus meiner Sicht ist es auch für den Verantwortlichen sinnvoll, wenn man immer so ein Backup hat von Menschen, die mitdenken und auch die Risiken ausleuchten. #00:14:07.5#

Petra Koch: Ja. Also sowohl im Positiven wie im Negativen im Prinzip die Leute, die dann anders denken als die anderen auch mit reinzuholen und nicht irgendwo außen vor zu lassen? #00:14:18.7#

Sören Wendt: Also das sind für mich ganz wichtige Informationen, die die Menschen haben. Und die Wertschätzung fehlt da oftmals für diese Menschen und das ist eine Gefahr aus meiner Sicht. #00:14:28.9#

Petra Koch: Ja. Das kann ich teilen. Also das habe ich aus der Erfahrung auch immer wieder gesehen: Manche Aspekte, sie überzeichnen vielleicht an der einen oder andern Stelle, aber trotzdem ist ja ein wahres Stück im Kern vorhanden. #00:14:40.9#

Sören Wendt: Genau. #00:14:42.5#

Petra Koch: Das ist ja auch, was du gesagt hast, die Empathie für die Menschen dann aufbringen und zu verstehen, was treibt die denn, das jetzt so zu äußern. #00:14:51.1#

Sören Wendt: Ja. Es ist eben auch so, wenn jemand sich total querstellt oder in Konflikt geht, weil er das für falsch hält, dann zeugt das ja von einem enormen Verantwortungsbewusstsein, weil er den Konflikt aushält, weil er meint: Da läuft was schief. #00:15:04.2#

Petra Koch: Ja. Das stimmt. Die bequemere Variante wäre definitiv anders. #00:15:09.2#

Sören Wendt: Genau. #00:15:10.0#

Petra Koch: Ja sehr gut. Wir haben das jetzt gerade auch schon angesprochen. Die Menschen haben ja einen wichtigen Teil auch in diesen ganzen Prozessen, sei es Strategie, Kommunikation, Veränderungsprozesse. Kommunikation verbindet ja auch Menschen und ermöglich Beziehungen. Was sollten Führungskräfte bei der Kommunikation von Strategien beachten? Ein paar Sachen haben wir ja schon angesprochen. #00:15:29.6#

Sören Wendt: Tatsächlich also sozusagen, das was du auch gerade sagtest, das Ziel ist in eine Beziehung zu treten und Beziehung heißt eben auch eine Rückmeldung zu bekommen und die auch verarbeiten zu können. Oftmals ist die Hoffnung, ich setze eine Strategie jetzt durch so und hoffe, dass alle Ja sagen. (lachen) Und aus meiner Sicht wird das halt nicht funktionieren. #00:15:52.7#

Petra Koch: Nein das gibt’s wahrscheinlich selten. Oder man hat so eine, aber das wäre dann auch gefährlich oder wenn’s gar keine Widerstände gibt? #00:15:58.8#

Sören Wendt: Ja ist ganz, ganz gefährlich, weil man dann die ganzen Informationen ausblendet, die als Rückmeldung kommen und von daher sozusagen ist aus meiner Sicht diese Beziehung zu dem Menschen, zu denen, die es umsetzen, das ist der wesentliche Faktor und das bedeutet, dass man jedem Wertschätzung gegenüber erbringen sollte und die Information als wesentlich erachtet. Und damit man selbst als Führungskraft bestehen kann, ist wiederum die klare Haltung zu dem Gesamtprojekt existenziell. Und welche Kommunikationsinstrumente man nachher bespielt, ist im Endeffekt egal, weil man immer auf dieser Basis der Haltung agiert. #00:16:41.8#

Petra Koch: Okay. Also das halt wirklich als Basis und von der ausgehend ist es eigentlich dann mehr oder weniger egal, wie du es gesagt hast, welche Form man dann nutzt. Also eine persönliche ist wahrscheinlich ja auch am besten oder wenn man das machen kann? Wie stehst du zu den Kommunikationskanälen persönlich, per E-Mail, per Telefon, per Web-Konferenz? #00:17:00.9#

Sören Wendt: Das kommt also für mich persönlich kommt das auf das Ziel drauf an, auf das Projekt. Und je nachdem eignen sich verschiedene Kanäle. Also das kann man aus meiner Sicht, tatsächlich muss man das, individuell muss man den Mix zusammenstellen. Da kann ich tatsächlich keine Wertung abgeben. Also es kommt tatsächlich drauf an. #00:17:18.4#

Petra Koch: Okay. Super. #00:17:19.3#

Sören Wendt: Also Großunternehmen beispielsweise, da schafft man es ja halt einfach nicht mit jedem zu sprechen, also daher gibt es dann andere Möglichkeiten. #00:17:26.9#

Petra Koch: Genau. #00:17:27.0#

Sören Wendt: Und dann ist eine Rede vielleicht auch eine Möglichkeit da. #00:17:30.6#

Petra Koch: Da kann man ja auch heute dank der Technik einiges machen, dass man gewisse Sachen aufzeichnet oder per Video zur Verfügung stellt oder sowas. Das ist ja auch schon mal ein bisschen anders als es vielleicht noch vor ein paar Jahren ging. #00:17:42.0#

Sören Wendt: Genau. #00:17:42.8#

Petra Koch: Super. Wenn du einem CIO beziehungsweise einer IT-Führungskraft einen einzigen Tipp geben könntest, welcher wäre das? #00:17:50.2#

Sören Wendt: Also wenn mich eine Führungskraft nach einem Tipp fragen würde, würde ich sagen:

„Wissen Sie, Sie bewegen sich in einem so komplexen Umfeld, Sie tragen so viel Verantwortung, Sie brauchen von mir keinen Tipp und ich werde Ich werde Ihnen auch keinen geben, weil das alles dieser Komplexität auch nicht gerecht werden würde.“

Und darum halte ich mich mit Tipps tatsächlich zurück. #00:18:09.3#

Petra Koch: Okay. Das heißt, du guckst immer ganz maßgeschneidert passgenau auf die jeweilige Situation der Kunden und findest dann die entsprechende Lösung gemeinsam mit der Führungskraft oder? #00:18:21.2#

Sören Wendt: Zum einen das, zum anderen ist es eben so, dass der Wissensträger schon der Kunde ist und ich ja nur rausfiltere aus dem, was er mir sagt, was er will. Aber ich weiß ja nicht mehr als der Kunde, sondern im Gegenteil, ich bin ja auf den Input angewiesen, von daher bin ich gar nicht sozusagen in der Lage, einen schlauen Tipp zu geben. #00:18:43.8#

Petra Koch: Okay. Vielen, vielen Dank für das Interview, Sören. Hat Spaß gemacht. #00:18:48.1#

Sören Wendt: Ja gerne. Ich danke. #00:18:50.2#

Petra Koch: Neue Einblicke in das Thema Kommunikation und Strategie. #00:18:53.0#

Sören Wendt: Vielen Dank, Petra. #00:18:54.8#

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