CIO 040 – Strategisch denken für die IT-Organisation

Strategisch denken in der IT

Strategisch denken in der IT

Hallo und herzlich willkommen zur CIO Podcast Folge 40. Denken Sie strategisch für Ihre IT-Organisation? Naja, was bedeutet denn eigentlich strategisch denken?

Herr Mintzberg hat ein Modell entwickelt für das strategische Denken und hat das Strategiebrücke genannt. Das wollen wir uns heute mal genauer anschauen, denn es ist gar nicht so einfach strategisch zu denken.

Folgende Aspekte werden in der Podcast-Folge besprochen:

  • Strategisch denken [00:00:30]
  • 7 Perspektiven der Strategiebrücke nach Mintzberg [00:02:00]
  • Fazit [00:09:30]

Viel Spaß beim Hören des Podcasts. Ich freue mich, wenn Sie ein kurzes Feedback hinterlassen, wie Ihnen die Folge gefallen hat und Sie mit diskutieren.

Strategisch denken

Wenn man jetzt damit beauftragt wird zum Beispiel eine IT-Strategie zu entwickeln oder gewisse andere Themen einfach mal strategisch zu betrachten in der IT. Strategieentwicklung grundsätzlich ist eine Kernaufgabe des Managements einer jeden Organisation.

Bei steigender Bedeutung der IT in den Unternehmen ist es auch immer wieder wichtiger, dass es auch hier für die IT klare strategische Zielrichtungen gibt, die festgelegt werden.

Eine IT-Strategie zu entwickeln, darüber habe ich schon ganz oft gesprochen, bedeutet auch, den besten Weg zu finden vom IST-Zustand hin zur Umsetzung der strategischen Ziele der IT-Organisation. Hier bildet die Strategie sozusagen die Brücke von der Vergangenheit vom aktuellen IST-Zustand zur Zukunft. Und diese Brücke, die gilt es heute mal genauer anzugucken.

Wie schaffe ich es denn eigentlich, dass ich zu dieser Strategie, zu dieser strategischen Denkweise komme und woran kann ich mich da so ein bisschen entlanghangeln und woran kann man sich da so ein bisschen leiten lassen? #00:02:01-6#

7 Perspektiven der Strategiebrücke nach Mintzberg

Die Mintzberg’sche Strategiebrücke, die veranschaulicht in 7 Perspektiven die Themen und die Perspektiven, die Führungskräfte einnehmen sollten, um eine umfassende strategische Ausrichtung ihrer IT-Organisation zu erreichen. Diese 7 Perspektiven, die schauen wir uns jetzt mal genauer an.

1. Der Blick von oben

Die 1. Perspektive, das ist der Blick von oben. Der Blick von oben, das ist sozusagen die Vogelperspektive, hier geht’s da drum mal die Gesamtsicht einzunehmen, die gesamte IT-Organisation, aber auch das gesamte Unternehmen zu betrachten, die Umwelt zu betrachten, in welchem Umfeld, in welchem Unternehmensumfeld bewegt man sich da. Also auch mal zu gucken, was sind soziologische Trends? Was sind makroökonomische Trends? Was habe ich vielleicht sonst noch in der Umwelt für Einflüsse? Sei es demografische Perspektiven, sei es sonstige Themen. Sowas kann ich super gut mit einer PEST Analyse oder eine PESTEL Analyse festhalten und analysieren. #00:03:03-9#

Diese Methodik habe ich bereits in der Folge 18 genauer erläutert, hören Sie da gerne einfach mal rein. Da gibt’s Details zu dieser Umweltanalyse. Die kann natürlich auch immer Anstöße geben, um einfach die strategische Ausrichtung nochmal neu zu justieren und zu überdenken. Also das ist der Blick von oben. Ich schaue mir die Umwelt an, ich schaue mir mein ganzes Umfeld an.

2. Der Blick von unten

Der 2. Punkt ist der Blick von unten. Da schaue ich sehr genau die eigene Organisation an, sehr genau die eigene IT-Organisation, aber das eigene Unternehmen. Wie mache ich das? Indem ich zum Beispiel Kosten analysiere, bestimmte andere Werte analysiere, also meine Kennzahlen anschaue, und schauen, welche Umsätze werden gemacht? Zu welchen Prozessen trage ich mit IT-Lösungen bei? Stärken und Schwächen der IT-Organisation, sei es von der IT-Architektur her, sei es von den Mitarbeitern, sei es von prozessualen Themen, sei es Projektmanagementkompetenzen, Projektabwicklungskompetenzen und so weiter. #00:04:07-0#

Worin ist Ihre IT-Organisation stark? Worin sehen Sie Weiterentwicklungspotenziale? Was können Sie mit den verfügbaren Ressourcen schaffen? Wo brauchen Sie vielleicht zusätzliche Ressourcen? Wie kann es da eben weitergehen? Das sind Blicke von unten, also in das eigene Unternehmen herein, in die eigene IT-Organisation herein.

Das ist etwas, das lässt sich erstmal super gut mit dieser Stärken-Schwächen-Analyse analysieren. Wenn ich jetzt beides schon gemacht habe, weil ich habe den Blick von oben schon, ich habe den Blick von unten schon, kann ich beides verknüpfen zu einer SWOT-Analyse. Auch die habe ich in Folge 18 schon näher erläutert, können Sie einfach nochmal reinhören, wenn Sie das noch nicht gehört haben. Das beides zusammen macht dann sozusagen die Zutaten aus für die SWOT-Analyse.

3. Der Blick zurück

Der 3. Punkt ist der Blick zurück. Welchen Weg hat das Unternehmen und Ihre IT-Organisation bisher schon zurückgelegt? #00:05:01-8#

Was haben Sie in der IT schon alles unternommen? Was waren vielleicht Sachen, die Sie ausprobiert haben, wo Sie sagen „Na, das war eine Erfahrung, aber muss ich nicht nochmal machen“? Was waren Sachen, wo Sie gesagt, haben wir ausprobiert und ist super gut gewesen? All das ist super wichtig. Was hat sich bewährt? Was haben Sie aus Fehlern, die Sie gemacht haben gelernt?

All das sind super wichtige Informationen, die ihnen auch bei Ihrer zukünftigen Ausrichtung helfen können. Waren sie zu früh dran? Waren Sie zu spät dran? War das das Richtige? Sind Sie das richtig angegangen und so weiter? All das sind wichtige Informationen.

4. Der Blick nach vorne

Der 4. Punkt, der Blick nach vorne. Planen und Ziele setzen, überlegen Sie sich, was möchten wir in der Zukunft erreichen? Was für Ziele wollen wir uns da stecken? Überlegen Sie sich verschiedene Szenarien, die sich ergeben könnten. Es kann auch sein, dass Sie irgendwie sagen, okay, ich habe einen Best-Case-Szenario, ich habe ein Worst-Case-Szenario. Sie werden auch aus der Analyse, die Sie bisher gemacht haben, schon mal einiges finden. #00:06:00-1#

5. Der Blick darüber hinaus

Wichtig ist nicht nur nach vorne zu blicken, sondern der 5. Punkt: Blicken Sie auch darüber hinaus. Setzen Sie sich nicht nur Ziele, sondern gehen Sie einen Schritt weiter und überlegen: Was ist denn unsere Vision? Was ist unsere Mission?

Auch dazu habe ich bereits eine Podcast-Folge gemacht, ganz in den ersten Podcast-Folgen. Hören Sie sich das einfach mal an.

Ganz wichtig, dass Ihre IT-Organisation eine Vision hat und eine Mission. Warum stehen Ihre Mitarbeiter morgens auf und kommen ins Büro? Diese Mission sollte ganz klar sein. Und Mintzberg empfiehlt da auch ganz klar weiterzuschauen und einfach mal zu überlegen und zu spinnen: Was kann man denn alles möglich machen? Vielleicht da auch kreative Techniken einsetzen, das Ganze weiterentwickeln. Was ist noch vorstellbar? Man sagt auch nicht umsonst, Glaube versetzt Berge.

Also alles, was Sie sich vorstellen können mit Technik und so weiter, was Sie sich als realisierbar vorstellbar für Ihr Unternehmen können Sie sicherlich irgendwann umsetzen und da dran sollten Sie dann eben arbeiten. #00:07:03-1#

Das macht dann auch eine Kernstrategie aus, dass Sie weitergehende Ziele hat, also da drüber hinausgehende Ziele hat, nicht nur für die kurzfristigen Sachen.

6. Der Blick seitwärts

Dann der nächste Punkt, der Blick seitwärts, also der Punkt 6. Schauen Sie seitwärts: Was macht die Konkurrenz? Was machen andere IT-Abteilungen? Wie stellen sich Ihre Branchenmitbewerber auf in der IT? Was machen die? Verschlanken die sich, vergrößern die sich? Was gehen die für Themen an? Machen die Standardsoftware? Fangen die jetzt plötzlich wieder an, alles selber zu entwickeln?

Schauen Sie mal, was die so machen. Unterhalten Sie sich mit den Kollegen und überlegen Sie vielleicht auch da an der Stelle mal ein Benchmarking zu machen. Wo sind Sie gut im Vergleich zu den Mitbewerbern, wo können Sie sich vielleicht noch verbessern? So können Sie natürlich auch lernen.

An vielen Stellen müssen Sie das Rad nicht immer neu erfinden, sondern es reicht auch schon mal, das einfach sehr, sehr gut einzusetzen und einzuschätzen vor allen Dingen und zu schauen, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und diese dann auch umsetzen kann mit der IT. #00:08:11-3#

7. Der Blick bis ans Ende

Die 7. Perspektive: Man sollte dabei nicht aufhören, also mit diesen Themen, die man jetzt betrachtet hat und einfach das Ganze beim Konzept stehenlassen, sondern super wichtig, die Umsetzung. Die Dinge vollenden.

Mintzberg nennt das Seeing Things Through. Bis zum Ende sehen. Also sehen Sie sich das Zielbild an. Wie sieht Ihre IT aus, wenn Sie diese Strategie umgesetzt haben? Was ist dann Ihre IT? Malen Sie sich dieses Bild so konkret wie möglich aus. Überlegen Sie sich: Wie sieht das aus? Was sind die Schritte, die ich unternehmen muss, damit ich dieses Idealzielbild auch erreichen kann? Also erstmal malen Sie sich dieses Zielbild aus.

Stellen Sie sich vor, wie es aussieht, und dann natürlich ganz klar: Was sind denn die Maßnahmen, die Sie auch treffen auch sollten und die Sie auch wirklich konsequent umsetzen sollten, damit Sie dieses Ziel auch erreichen? #00:09:08-3#

Ganz häufig diskutiert man dann mit Leuten und sagt: Ja, gut. Strategie haben wir jetzt entwickelt und dann … Dann geht’s natürlich an die Umsetzung. Das ist das Wichtigste.

Sie können sich noch so viel ausdenken und ausmalen, Sie müssen die Sachen umsetzen und handeln.

Fazit

Zusammenfassend können wir so also festhalten: Das strategische Denken hat diese 7 Perspektiven laut Mintzberg. Ich finde, das ist ein ganz schöner Ankerpunkt, ein ganz schöner Rahmen, um sich da einfach mal entlang zu hangeln und einfach mal zu schauen, wenn man da so eine IT-Organisation analysiert, mal zu schauen: Okay, was ist denn im Verlauf alles so gewesen und wo kann man denn hinkommen? Das ist ganz wichtig, dass Sie alle Perspektiven einnehmen. Zum einen die Vogelperspektive, von oben zu schauen, abstrakt zu denken, zu gucken: Was ist denn alles möglich? Was sind denn die wichtigen Dinge vor allen Dingen? #00:10:00-1#

Worauf kommt es an? Ich muss nicht immer alles machen, aber ich muss überlegen: Was sind die essentiellen Punkte, was sind die wichtigsten Dinge? Wenn Sie ein Unternehmen haben mit absolut maroder IT-Architektur, sage ich jetzt einfach mal, dann ist das schön, wenn Sie das Projektmanagement verbessern wollen, aber dann ist es ja das erste, dass Sie sagen: Okay, ich muss eigentlich echt die Architektur anfassen und andersrum.

Wenn Sie sagen „Wir haben eigentlich total klasse Lösungen in der IT und das ist alles total neu und total modern, aber wir kriegen einfach diese Projekte nie fristgerecht fertig und wir kriegen die nie vernünftig umgesetzt. Das ist immer ein „Chaos“, dann sind das Punkte, an denen Sie arbeiten können. Dann ist das einfach da auch ein Stück weit strategisch zu überlegen „Was sind denn die Dinge, die uns zunächst mal wirklich weiterhelfen?“ und sich auf die erstmal auch ein bisschen zu besinnen und zu konzentrieren.

Das heißt nicht, dass man diese weitere Vision nicht hat. Da sagt Mintzberg auch ganz klar: Setz dir Ziele, aber blicke auch darüber hinaus. Diese Vision, diese Spinnereien, die sollte man immer Kopf haben, weil das ist das, was letztendlich auch dann immer wieder wirkt und arbeitet und man hinterfragt dann das Thema daraufhin auch immer. #00:11:10-9# Hält das noch der Vision Stand? Komme ich damit der ein Stückchen näher?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar Impulse geben und Sie zum strategischen Denken animieren. Ich würde mich freuen, wenn es Ihnen ein bisschen was geholfen hat.

Bildnachweis: © CC0 Public Domain/ pixabay.com

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