CIO 036 – Ist Digitalisierung alter Wein in neuen Schläuchen?

Ist Digitalisierung alter Wein in neuen Schläuchen?

Ist Digitalisierung alter Wein in neuen Schläuchen?

Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge 36 nach der kurzen Pause. Heute geht es um ein ganz generelles Thema, nämlich was ist eigentlich Digitalisierung? Ist es alter Wein in neuen Schläuchen? In Gesprächen mit CIOs und IT-Managern kommt das Gespräch häufig darauf, was ist eigentlich Digitalisierung? Was steckt eigentlich genau dahinter? Was muss ich eigentlich machen in meiner IT, damit das funktioniert? Um diese Fragen geht es in der heutigen Folge.

Folgende Aspekte werden in der Podcast-Folge besprochen:

  • Was ist Digitalisierung? [00:00:30]
  • Digitalisiert die IT-Organisation nicht immer schon im Unternehmen? [00:09:00]
  • Was gilt es zu tun im Rahmen der Digitalisierung und der VUCA-Welt? [00:13:50]

Viel Spaß beim Hören des Podcasts. Ich freue mich, wenn Sie ein kurzes Feedback hinterlassen, wie Ihnen die Folge gefallen hat und Sie mit diskutieren.

Was ist Digitalisierung?

Heute geht’s um ein ganz generelles Thema, nämlich was ist eigentlich Digitalisierung? Ist es alter Wein in neuen Schläuchen? In Gesprächen mit CIOs und IT-Managern kommt das Gespräch häufig darauf, was ist eigentlich Digitalisierung? Was steckt eigentlich genau dahinter? Was muss ich eigentlich machen in meiner IT, damit das funktioniert? Dann schauen wir uns diese 2 Fragen doch heute einfach mal an:

  • Was steckt eigentlich hinter Digitalisierung, was ist damit gemeint?
  • Und die 2. Frage: Digitalisieren wir in der IT nicht eigentlich immer schon?

Den beiden Fragen möchte ich heute mal auf den Grund gehen.  #00:01:18-4#

Digitalisieren heißt auch Prozesse automatisieren

Zunächst mal geht’s bei der Digitalisierung aus meiner Sicht auch viel um Automatisierung und Verlagerung von manuellen Tätigkeiten in automatisierte, digitalisierte Tätigkeiten. Das ist quasi Digitalisierung 1.0, wenn Sie so wollen. Also mache aus analog digital, mache aus Papier Computer. Also das Papierbüro wird zum digitalen Büro. Okay.

Das ist noch recht einfach. Das ist was, wenn der Zahllauf bisher manuell gemacht wurde, dann wird der automatisiert gemacht. Das sind einfache Sachen, die machen wir auch in der IT schon immer quasi. Das ist also was, das hat man sicherlich schon öfter gehört, automatisieren.  #00:02:03-0#

Digitalisieren heißt auch Menschen und Maschinen vernetzten

Jetzt kommt aber zur Digitalisierung aus meiner Sicht noch ein 2. Punkt und das ist vor allen Dingen die Vernetzung. Die Vernetzung von Maschinen, Anlagen, Sensoren, Datenbanken für die Auswertung. Dieses Thema wird auch häufig mit Internet of Things (IoT) beschrieben, also dass in jedem Teil, was wir produzieren oder was produziert wird, eine internetfähige Schnittstelle eingebaut ist, sodass diese Dinge kommunizieren können und vernetzt werden.

Dass also die Bohrmaschine dem Unternehmen mitteilen kann, wie oft wurde damit gebohrt? Was wurde damit gebohrt? Wie hat sich das verhalten? War das erfolgreich, war das nicht erfolgreich? Gibt’s irgendwo Fehler? Und so weiter. Das heißt diese Nachrichten werden übers Internet, über die Vernetzung mit anderen Maschinen ausgewertet und können wieder dafür eingesetzt werden die Produkte zu verbessern oder eben bestimmte Services anzubieten.

Es geht aber nicht nur um die Vernetzung von Maschinenanlagen, Sensoren, sondern es geht auch um die Vernetzung von Menschen und auch um die Vernetzung von Menschen im Unternehmen. Das ist der 2. Punkt, nicht nur die Technik wird vernetzt, sondern auch wir Menschen vernetzen uns immer mehr. Durch die sozialen Medien, sozialen Netzwerke ist das schon vorangeschritten und so ist es häufig auch, dass wir uns immer stärker vernetzen.

Was bringt das jetzt für einen Mehrwert? Klar, ich habe es schon angedeutet, wenn Sensoren der Maschine Unregelmäßigkeiten melden und entsprechende Daten ausgewertet werden, dann kann zum Beispiel eine Wartung erfolgen bevor ein Teil defekt ist. Es ist also effizienter das darauf abgestimmt zu machen, als wenn man jetzt sagt, ich habe einen starren Wartungszyklus, alle 3 Jahre wird das Teil getauscht. Es kann ja sein, dass es nach 3 Jahren noch gar nicht kaputt ist. Es kann aber sein, wenn ich jetzt einfach warte und gar keine Anhaltspunkte habe, dann geht’s irgendwann kaputt und das stört den Geschäftsbetrieb. Wäre also nicht so clever. Jetzt, wenn man das aber anhand der Daten dieses einen Geräts wirklich ermitteln kann, läuft das noch oder funktioniert das nicht mehr, muss ich das tauschen oder eben nicht, dann habe ich dadurch einen Mehrwert. Das heißt diese Themen können sicherlich sehr, sehr viel Nutzen stiften.  #00:04:15-2#

Und der 2. Punkt, hatte ich ja angedeutet, das ist nicht nur die Vernetzung von Maschinenanlagen, Sensoren und sonstigen technischen Dingen, die wir uns vorstellen können, sondern es geht auch darum, dass man diese komplexen technischen Systeme ja auch noch verstehen und betreiben können muss. Das heißt wir beschäftigen uns also an der Stelle auch damit, wie können wir Menschen vernetzen?

Wie können wir in Unternehmen Abteilungen so vernetzen, dass die alle auf dieses gemeinsame Ziel hinarbeiten? Also ein solches System, da ist ja nicht nur die Produktionsentwicklungsabteilung beteiligt, die das vielleicht früher mal entwickelt hat. Irgendwie, die sonst immer für Maschinen zuständig war, sondern wenn jetzt auch Sensorendaten ausgewertet werden sollen, dann braucht man eine Datenbank, dann kommt die IT-Abteilung mit ins Spiel.

Dann will man damit vielleicht noch irgendwie ein Marketingversprechen oder ein Vertriebsversprechen mit verknüpfen, dass man sagt, unsere Maschinen halten so und so lange, schon ist die Marketingabteilung mit im Spiel und so weiter, und so weiter. Und diese Vernetzung, die gibt’s ja vielleicht auch in vielen Unternehmen immer schon, die sehr, sehr gut zusammengearbeitet haben, aber je nachdem wie groß das Unternehmen wird und wie verzweigt das ist, sind das doch in der Regel häufig ich sage mal kleine Silos.

Das heißt man hat halt hier den Bereich und den Bereich und die unterhalten sich nicht unbedingt immer miteinander. Und ich denke das wird ein Punkt sein, der gerade in der Digitalisierung sehr, sehr wichtig ist, diese komplexen Systeme, die dann entstehen, diese vernetzten Systeme, die dann entstehen, auch richtig zu betreiben und auch da wirklich einen Nutzen rauszuholen. Und das kann man eben nur, wenn man das Gesamtbild versteht und wenn man auch da sich überlegt, was kann ich eigentlich damit anstellen? Das ist der 2. Punkt.  #00:05:57-2#

Digitalisieren heißt auch digitale Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen

Und jetzt haben wir schon gesagt, Digitalisierung ist Automatisieren und ist Vernetzen, aber aus meiner Sicht fehlt da noch die 3. Zutat der Digitalisierung, das ist das wirkliche digitale Geschäftsmodell. Ich habe auch schon mal eine Folge zur Geschäftsmodellentwicklung gemacht. Ich gehe jetzt hier mal nicht auf die Einzelheiten darauf ein, weil man ein Geschäftsmodell entwickelt. Das können Sie in der Folge 10 nochmal anhören.

Hier geht’s eigentlich mal um die Beispiele, was steckt denn genau dahinter? Was ist denn eigentlich das digitale Geschäftsmodell? Nehmen wir mal das Beispiel eines Kaffeekapselherstellers.

Bislang kauften die Kunden also Kapseln und nach dem Kauf von X Kapseln wurden Sie turnusmäßig da dran erinnert per E-Mail, sie sollten doch vielleicht mal drüber nachdenken Entkalkungsmittel zu kaufen. Macht Sinn. Wenn ich so und so viel Mal Kaffee getrunken habe, macht das Sinn die Maschine mal zu entkalken. Jetzt ist es aber bisher so gewesen, dass dann gesagt wurde: Na ja, so und so viel Kapseln hat die Frau gekauft, jetzt soll die mal Entkalkungsmittel kaufen. Kann ja sein, dass ich immer so jemand bin, der auf Vorrat kauft, dann kaufe ich einfach mal ein paar hundert Kapseln, vielleicht habe ich die ja noch gar nicht alle getrunken.

Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass man diese Kaffeemaschine nach der Internet of Things Technologie, also miteinander vernetzen würde, die auch mit dem Customer Relationship Management System (CRM-System) dieses Unternehmens vernetzt wäre, die wüssten also ganz genau. Okay die Frau Koch hat jetzt schon so und so viel Kapseln gekauft und die könnten anhand dieser Maschine, die ja dann die Technologie eingebaut hat, auch erkennen: Ah guck mal, soviel hat die Frau Koch also auch schon getrunken. Das ist ja super. Weil dann ist die Angabe ja viel genauer „Jetzt sollten Sie mal Ihr Gerät entkalken“, als wenn ich einfach nur so viel einkaufe.

Das heißt es geht nicht mehr nach meinen Kaufgewohnheiten, sondern tatsächlich nach meinen Trinkgewohnheiten. Also wie oft habe ich tatsächlich Kaffee zubereitet und getrunken. Jetzt könnte wieder der ein oder andere sagen, geht die gar nichts an. Klar. Aber man kann ja damit auch sagen, na ja, jetzt ist es wirklich zielgerichtet. Also dann für die Entkalkungsmuffel sollten entkalken. Das ist jetzt einfach mal ein Beispiel damit wie ich dem Kunden einen Service anbieten kann, der wirklich passgenau ist und es geht halt bei vielen Geschäftsmodellen da drum, zu überlegen, wie kann ich das bestehende Geschäftsmodell, was ich ja heute schon habe, also der Kaffeekapselhersteller hat ja immer schon Kaffeekapseln verkauft. Er versucht das nur zu verbessern, indem ständig dieses Geschäftsmodell verbessert und um digitale Dienste und Services anreichert oder vielleicht ein komplett neues digitales Geschäftsmodell entwickelt. Wie gesagt, wie das funktioniert, schauen Sie mal beziehungsweise hören Sie mal in Folge 10 rein. Da habe ich das schon mal erklärt.  #00:08:48-5#

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Aus meiner Sicht hätten wir damit die 3 Punkte der Digitalisierung oder die die Digitalisierung in meinen Augen ausmachen, schon mal genannt:

  1. Also zum einen Automatisierung,
  2. Vernetzung und
  3. neue Geschäftsmodelle, digitale Geschäftsmodelle, die auch Services beinhalten.

#00:09:04-1#

Digitalisiert die IT-Organisation nicht immer schon im Unternehmen?

Und dann komme ich mal zur 2. Frage. Digitalisieren wir in der IT dann nicht einfach immer schon? Also machen wir das nicht einfach schon seit es IT gibt. Und das ist wirklich oft in Gesprächen, wo man einfach sagt, naja aber das ist ja jetzt gar nichts anders als vorher.  #00:09:22-6#

Digitalisierung 1.0 ist mache aus analog digital

Und wie gesagt, aus meiner Sicht ist es die Automatisierung und ein Teil der Digitalisierung, die wir immer schon machen. Also Digitalisierung 1.0. Das macht die IT sicherlich immer schon aus. Und da ist sicherlich die IT-Abteilung in den meisten Fällen schon vielen anderen Bereichen im Unternehmen ein Stückchen voraus.

Was aber auch da neu ist aus meiner Sicht und das stelle ich immer wieder fest, wenn ich in einem Unternehmen damit zu tun habe und das Thema in Beratungsprojekten dann auch mit den Kunden zusammen erarbeite, ist, dass die Vernetzung und das digitale Geschäftsmodell häufig noch nicht so ausgeprägt, wie man das vielleicht erwarten würde.  #00:09:57-8#

Not-invented-here-Syndrom und Kommunikationsdefizite bei Digitalisierungsprojekten

Und mit Vernetzung tun sich auch manche ITler schwer. Aus gutem Grund, weil bisher hatten die ja die Hoheit über viele Sachen. Wenn ich jetzt IT in einem Unternehmen mache, dann bin ich derjenige, der die Systeme betreibt, dann bin auch derjenige, der entscheidet, welches System wohin kommt.

Wenn ich aber jetzt in einer vernetzten Welt lebe, auch in einem vernetzten Unternehmen, wo vielleicht plötzlich jetzt so eine Produktionsabteilung auf die Idee kommt, irgendwie Maschinen mit Sensoren auszustatten und da auch irgendwie Daten auszuwerten. Dann habe ich ja plötzlich gar nicht mehr den Stand, den ich vorher hatte, weil ich das ja gar nicht mehr alles alleine entscheiden kann.

Und das sind so Punkte, wo es auch darum geht, nicht nur die technischen Anlagen und Maschinen und Systeme zu vernetzen, sondern auch die Mitarbeiter zu vernetzen und dabei mitzunehmen. Also, dass IT-Marketing, Vertrieb, Controlling, Produktion und wie sie alle heißen die Abteilungen, zusammenarbeiten. In vielen Unternehmen sind da häufig bisher nur marginale Berührungspunkte gewesen und die Kommunikation untereinander, die ist da eher gering.

Digitale Geschäftsmodelle mit Plattformen und Services konsequent umsetzten

Und wenn man jetzt die Digitalisierung voranbringen möchte, dann ist das in meinen Augen ein Punkt, wo man auf jeden Fall ansetzen sollte, wo man auch die verschiedenen Bereiche, die dann mit diesen neuen Geschäftsmodellen betraut sind, auch zusammenbringen muss und diese Geschäftsmodelle eben auch wirklich komplett durchdenken muss.  #00:11:16-8#

Häufig kommen dann eher völlig neue Unternehmen, vielleicht auch vom gleichen Unternehmen, aber eigentlich als Untermarke auf den Markt, als dass man das mit den klassischen Marken macht. Das kann ja durchaus sinnvoll sein. Aber was es auch gibt, sind die Unternehmen, die quasi komplett aus dem Nichts kommen.

Beispiel Car-Sharing

Das sind so Unternehmen wie Uber zum Beispiel, die auf einmal plötzlich die ganz klassische Branche der Taxifahrer revolutioniert hat. Das Erstaunliche ist zum Beispiel, dass Uber gar kein einziges Auto besitzt. Das ist ja nur die Plattform, die Menschen einen Service anbietet, Menschen mit Auto und Menschen ohne Auto zu vernetzen. Vielen etablierten Unternehmen aus meiner Sicht fehlt halt heute ein digitales Geschäftsmodell, wo man sich über Services, Plattformen und Austausch und Vernetzung Gedanken macht. Häufig wird dann diskutiert, na ja was bringt uns das denn? Was bringt uns als Unternehmen jetzt dieser neue Service, den wir anbieten? Da wird aber wenig da drüber nachgedacht, was will denn der Kunde eigentlich und wo sind eigentlich heute noch Schwierigkeiten, die der Kunde bewältigen muss?  #00:12:23-9#

Beispiel Musikplattformen

Nehmen wir das Beispiel der Musik. Früher musste man zum Musik kaufen in ein Geschäft gehen und hat ein ganzes Album gekauft und dann, wenn einem da 5 Lieder nicht gefielen, war das egal, dann musste trotzdem das ganze Album kaufen. Irgendwann etablierten sich Musikplattformen, wo man einzelne Musiktitel kaufen konnte. Die waren digitalisiert, musste ich nirgendwo mehr hinlaufen, konnte ich so kaufen.

Und heute geht das noch ein Stück weiter. Heute sagt man, ah ja jetzt musst du das kaufen, vielleicht hörst du das Lied aber auch nur 4 Monate oder 5 Monate und dann ist es schon wieder alt, dann hört man wieder was Neues, und deswegen gibt es Streaming-Dienste. Das heißt, immer wieder hat man sich überlegt, wie kann eigentlich der Nutzer da besser begleitet werden, weil manche Musik hört man nur zeitweise und dann legt man die wieder in den Schrank und hört sie nie wieder. Das Beispiel der Musikindustrie ist deswegen so gut, weil die die Digitalisierung schon deutlich früher hatten als andere Branchen.  #00:13:17-8#

Beispiel Gesundheitsbranche

Wenn wir jetzt mal einen kompletten Schwenk machen und zum Beispiel wie in Folge 32 besprochen und uns mal die Digitalisierung im Krankenhaus anschauen, dann sehen wir, dass da noch recht viel analog ist.

Da ist der Austausch der Daten zwischen Krankenhäuser, Patienten, Krankenkassen, Apotheken und so weiter halt noch sehr analog. Was auch aus gutem Grund vielleicht noch so ist. Wenn man da gewisse Fragen einfach noch zu klären hat, weil da gewisse Sachen noch gar nicht digital so in der Breite funktionieren und das ja auch ein viel sensiblerer Bereich ist, als wenn ich jetzt Musik kaufe.  #00:13:50-5#

Was gilt es zu tun im Rahmen der Digitalisierung und der VUCA-Welt?

Digitalisierung ist mehr als aus analog einfach das gleiche in digital zu machen

Das zeigt aber einfach die Spannbreite der Digitalisierung, die wir da heute in Unternehmen und in verschiedenen Branchen haben. So kann man es eigentlich gut zusammenfassen. Digitalisiert hat die IT immer schon, aus meiner Sicht häufig nur aus analog digital gemacht und ein bisschen automatisiert. Also wie bekomme ich den Papierprozess digital. Da bleibt es aber immer noch ein Papierprozess, da habe ich mir immer noch nichts Neues überlegt.

Aus meiner Sicht ist es die Frage, die wir jetzt zu klären haben: Wie kann ich denn aus Papier digital machen, das automatisieren, das vernetzen und das mit einem neuen Geschäftsmodell verknüpfen? Also diese 3 Blöcke wirklich zusammen verknüpfen.  #00:14:35-6#

Die VUCA-Welt und Ihre Auswirkungen

Häufig wird dann davon gesprochen, dass wir uns in der Digitalisierung in der VUCA-Welt bewegen. Jetzt ist das so ein schönes Akronym.

VUCA steht für:

  • Volatil, also dynamisch im Wandel, alles wandelt sich,
  • U steht für Uncertainty, für Ungewiss, also für unkontrollierbar und unberechenbar,
  • C steht für Complexity, also komplex. Das habe ich eben schon gesagt die Systeme werden immer komplexer, die Dynamik steigt auch die Vernetzung steigt an, ich kann das also nicht mehr in kleinen einzelnen Blöcken bearbeiten.
  • A steht für Ambiguity, für Mehrdeutigkeit, und das ist auch ein Punkt, der damit zusammenhängt. Man kann nicht immer sicher sein, dass man den richtigen Weg geht. Es ist also nicht immer klar, wenn ich jetzt diesen und jenen Weg einschlage oder wenn ich dieses und jenes tue, dass das zum Erfolg führt. Das ist nicht immer gesagt. Und die Zusammenhänge sind halt viel, viel größer und die können nicht mehr von einzelnen so einfach erfasst werden, weil das einfach viel zu komplex geworden ist an vielen Stellen.

Das ist sicherlich etwas, wo man lernen muss mit umzugehen. Ich glaube, wo es auch hilfreich ist zu versuchen den Mitarbeitern da auf der Reise da auch einen Ankerpunkt zu geben, dass man die mitnimmt, dass man vielleicht auch als Führungskraft ein Stück weit diese Mehrdeutigkeit rausnimmt, dass man die nicht auf die Mitarbeiter verlagert, sondern da auch Verantwortung einfach übernimmt und versucht diese Komplexität, die ja entsteht, auch für die Mitarbeiter aufzubereiten, dass man denen einen Weg aufzeigt, okay, wir machen das jetzt scheibchenweise, wir machen nicht alles auf einmal und dass man auch diese Ungewissheit mit einem Stückchen Sicherheit verknüpft, dass man Leuten auch sagt: „Okay, wir probieren das jetzt aus, auch wenn das funktioniert, das ist nicht schlimm“. Dann geht’s halt in einen anderen Weg und da finden wir eine andere Lösung. Und der Wandel, dass man eben auch die Leute darauf einrichtet, dass das nicht Ewigkeiten so bleibt, sondern dass sich eben gewisse Sachen schneller wandeln können.

Aber aus meiner Sicht ist das, also dieser Umgang mit der VUCA-Welt ist auch ein Stückchen Führungsaufgabe zu sagen, ich kann das nicht einfach quasi erkennen, das ist jetzt so und dann lade ich das alles bei den Mitarbeitern ab, die werden es schon irgendwie regeln, sondern das ist ein Stückchen weit auch die Verantwortung der IT-Manager und CIOs und Führungskräfte da den Mitarbeitern ein bisschen den Weg zu ebnen. Die müssen sich natürlich auch bewegen, ganz klar, aber ich glaube, da sollten wir den Versuch wagen, die Leute da entsprechend mitzunehmen.

Wir sollten uns auf die Welt einstellen, da die Organisationen drauf vorbereiten, dass es vielleicht auch eben einfach ein anderes Arbeiten sein wird als vielleicht noch vor 5 oder vor 10 Jahren und die Fähigkeiten auch dahingehend anpassen der Leute. Dass Sie, wenn Sie überlegen, okay, wie muss ich meine Leute jetzt entwickeln, damit das funktioniert, dass Sie da auf die Fähigkeiten achten, was brauchen die denn zukünftig? Und nicht, was haben die Mitarbeiter immer schon gemacht.

Wenn jetzt einer wunderbar immer schon Server administriert hat, ist das ja gut, aber was macht der denn in den nächsten 3 Jahren? Macht der da immer noch das Gleiche? Das ist ja die Frage und auch da können Sie gerne nochmal in die Folge 22 reinhören, da habe ich aus meiner Sicht schon mal die Fähigkeiten aufgelistet und beschrieben, die man aus meiner Sicht in der Zukunft braucht und das ist halt an vielen Stellen auch ein bisschen abgewandelt zu dem, was man halt in den letzten 5 bis 10 Jahren so in der IT gebraucht hat.

Beziehungsweise auch da ist es nur so, die Prioritäten verschieben sich einfach. Es ist nicht komplett neu, das andere ist auch nicht komplett weg. Aus meiner Sicht verschieben sich da aber die Prioritäten und die Menge der Fähigkeiten, die ich halt brauche an einem Punkt. Also ich brauche vielleicht heute mehr Leute, die Anforderungen der Kunden verstehen als vielleicht vor 5 Jahren, wo es da drum ging, bau das einfach mal, da war das nicht so viel rechts und links. Ein ERP-System einführen, da hieß es erstmal: ERP-System einführen. Wenn ich da jetzt heute drüber nachdenke, okay, die beste Kunden-Experience zu schaffen, da muss ich mir schon mehr Gedanken drüber machen, das ist nicht so einfacher Weg und der ist auch mehrdeutig und der ist auch komplex und ungewiss. Da geht’s einfach darum, dann brauche ich einen anderen Skill als jetzt vielleicht noch vor ein paar Jahren. #00:18:47-0#

Ich hoffe, ich habe Sie ein bisschen inspirieren können auf dieser Reise durch die Digitalisierung. Ich möchte auch ein bisschen zum Nachdenken anregen, also wenn Sie sagen, na ja aber Digitalisierung was heißt das eigentlich für mich, freue ich mich über Ihre Nachricht. #00:19:16-1#

Bildnachweis: © CC0 Public Domain/ pixabay.com

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