CIO 010 – Digitale Geschäftsmodelle entwickeln

Digitale Geschäftsmodelle entwickeln

Digitale Geschäftsmodelle entwickeln

In Folge 10 geht es um die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und warum die IT-Organisation in der Entwicklung einen maßgeblichen Anteil haben sollte. Schön, dass Sie wieder dabei sind.

Folgende Aspekte werden in der Podcast-Folge besprochen:

  • Was sind digitale Geschäftsmodelle? [00:01:00]
  • Warum sollten Sie als IT-Verantwortlicher, IT-Manager und CIO sich jetzt mit der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle befassen und das voranbringen? [00:04:30]
  • Beispiele für digitale Geschäftsmodelle [00:07:30]
  • Entwickeln Sie digitale Geschäftsmodelle strukturiert und übersichtlich mit Hilfe des Business Model Canvas [00:09:30]
  • Workshops zur Erarbeitung des digitalen Geschäftsmodells im Team zwischen IT und Fachbereichen [00:20:30]

Ich freue mich über Ihr Feedback.

Was sind digitale Geschäftsmodelle?

Klassische Geschäftsmodelle

Bevor wir die Frage beantworten, würde ich mal sagen. Schauen wir erst mal was sind klassische Geschäftsmodelle? Also Ihre physischen Produkte, die Sie herstellen, vertreiben, meistens über klassische Vertriebswege, entweder über vor Ort Präsenzen. Sie haben Vertriebler, die durch die Lande fahren und ihre Produkte anbieten. Sie haben vielleicht noch ein Telefon Vertrieb. Das sind so die klassischen Vertriebswege, die man so kennt.

Digitale Geschäftsmodelle

Digitale Geschäftsmodelle sind eben an der Stelle genau anders aufgebaut. Sie nutzen digitale Vertriebskanäle, nicht die klassischen Vertriebskanäle, sondern das Internet und E-Commerce Plattformen. #00:02:03-9#

Zusätzlich sind sie auch in der Lage digitale Services und Produkte anzubieten, also nicht nur physische Produkte, die sie sich irgendwo hinstellen können oder die in anderen Unternehmen verwendet werden, sondern Sie erbringen eben insofern da auch digitale Produkte und Services, die ganz unterschiedlicher Natur sein können.

Also sei es Vermittler Plattformen zum Beispiel, wenn wir uns jetzt bestimmte Vergleichsportale anschauen, das sind ja im Prinzip auch digitale Services. Die vergleichen zum Beispiel Flüge oder Versicherungen oder irgendwas Anderes. Oder Autos und der Kunde kann dann entscheiden, an der Stelle möchte ich jetzt bei dem und dem Hersteller kaufen. Das digitale Geschäftsmodell beinhaltet immer Transaktionen, die auch mithilfe von digitaler Technologie abgebildet werden. Also es ist immer irgendwo der Computer im Spiel und die IT-Technologie im Spiel. Sowohl auf der Empfänger Seite als auch auf der Sender Seite. #00:02:59-5#

Das heißt, wenn Sie jetzt einen Service anbieten, dann benötigen Sie diese Technologie, um den Service anzubieten. Anders herum benötigt ihr Kunde aber auch wieder Technologie, um ihren Service zu empfangen. Sonst kann das nicht funktionieren. Das ist ein wesentliches Kriterium aus meiner Sicht für digitale Geschäftsmodelle. In der Endausbau-Stufe kann es sogar sein, dass es gar nicht mehr das Zutun eines Menschen bedarf.

Nehmen wir uns jetzt zum Beispiel mal das Beispiel Hochfrequenzhandel von Aktien. Da ist es heute schon so, dass es sehr, sehr automatisiert funktioniert, wenn das Thema Blockchain sich weiterentwickelt. Und da auch noch Möglichkeiten bestehen zum Beispiel Smart Contracts da draufzusetzen. Also es sind sozusagen intelligente Verträge, die so designt sind, dass der Rechner direkt weiß, was er tun soll und eben dann ja schon direkt automatisiert handelt ohne, dass ein Mensch etwas tun muss. Also Sie haben quasi so Kriterien, wonach der Rechner sagen kann, ist erfüllt ist nicht erfüllt. Und Demnach wird eben eine Vertragsbeziehung ausgeführt, gestoppt oder weitergeführt. #00:04:00-5#

Und das sind durchaus Möglichkeiten, wo es sich auch noch mit den digitalen Geschäftsmodellen hin entwickeln kann. Das Blockchain Thema ist im Moment sehr beliebt, vielleicht mache ich da auch noch mal eine separate Folge dazu. Und das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen, wenn man sich mit digitalen Geschäftsmodellen auseinandersetzt. Da ist die E-Commerce Plattform sicherlich momentan noch das bekannteste. Aber es ist sicherlich auch noch mal der erste Schritt. Da wird sicherlich noch einiges mehr in Zukunft auch kommen.

Warum sollten Sie als IT-Verantwortlicher, IT-Manager und CIO sich jetzt mit der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle befassen und das voranbringen?

Sie kennen die internen Abläufe und die Technologie Trends

Zum einen ganz klar, die IT ist aus meiner Sicht ganz prädestiniert sich mit technologischen Neuerungen und technologischen Trends auseinanderzusetzen und diese einzuschätzen und zu bewerten, ob ein solcher Trend ja nur ein Trend ist oder eben halt auch das Potenzial dafür hat weiter vorangetrieben zu werden und sich eben auch in der Breite durchzusetzen. #00:04:58-6#

(lacht) Gab ja auch mal irgendwann vor X Jahren die Aussagen, ja das Internet ist nur so eine, das ist nur so eine Trend-Erscheinung. Das sieht man heute. Da geht nichts mehr ohne. Und genauso kann es in Zukunft auch sein, dass man muss es eben versuchen dann richtig einzuschätzen. Aus meiner Sicht eine Aufgabe der IT und als interne IT-Abteilung.

Wenn Sie jetzt in einem Unternehmen die interne IT Abteilung leiten oder einen Teilbereich davon, dann kennen Sie ja die Prozesse ihres Unternehmens, das heißt was bieten Sie heute an? Sie kennen viele Abläufe, Sie wissen ganz genau wie ihre Kunden funktionieren. In Zusammenarbeit mit dem Marketing können sie das rausfinden. Das ist aber nur der eine Teil.

Sie können auf der anderen Seite aber auch die Technologie schaffen, um eben die ersten Schritte im Internet oder im Digitalen Geschäftsmodell Bereich zu gehen. Und sie haben die Möglichkeit eben durch diese Zusammenführung aus der Technologie-Kenntnis, die sie haben und auch ihrer Geschäftskenntnis, die sie haben, die Geschäftsmodell-Innovation zu entwickeln oder eben vielleicht sogar ein komplett neues Geschäftsmodell zu erschließen. #00:06:04-8#

Also Sie können entweder sagen. Wir entwickeln unser bisheriges Geschäftsmodell weiter und reichern es an, um digitale Services und Produkte. Das ist zum Beispiel eine Möglichkeit oder Sie sagen. Ja wir haben jetzt eigentlich ein Geschäftsmodell, aber wir sehen da folgenden Markt und da könnten wir vielleicht mit einem ganz anderen digitalen Geschäftsmodell aktiv werden.

Und zukünftig ohne digitales Geschäftsmodell, was wäre dann?

Wenn Sie sagen, na ja gut, brauch ich jetzt alles irgendwie nicht, digitales Geschäftsmodell. Was kann denn dann passieren? Ich denke ohne digitales Geschäftsmodell in der Zukunft vielleicht nicht direkt im nächsten Jahr, aber vielleicht in der weiteren Zukunft kann es durchaus sein, dass Ihre Wettbewerbsposition in der Branche rapide abnimmt.

Nehmen wir uns mal die Branchen, wo die Digitalisierung schon sehr weit fortgeschritten ist. Zum Beispiel Handelsunternehmen oder auch Verlage und Musikunternehmen. Da geht es ja gar nicht mehr darum, ob da digitalisiert wird. Da geht nur noch darum, wie schnell die digitalisieren können. Sie können mittlerweile schon ihr Essen online bestellen und die Supermärkte liefern es aus. #00:07:03-8#

Und das ganze Thema Auslieferung von Paketen per Drohnen und so weiter, das ist ja alles irgendwo auch schon in Diskussion und das sieht man einfach daran, dass es auch was ist, was aus meiner Sicht nicht aufzuhalten ist, sondern in die Richtung wird sich das entwickeln. Und da kann man entweder schauen, ob man eben schnell genug mit dabei ist oder eben hinterherläuft. Und ich denke es ist sicherlich besser, wenn Sie sich so aufstellen, dass Sie entsprechend vorne mit dabei sind und eben das Ganze auch mitgestalten können.

Beispiele für digitale Geschäftsmodelle

Nehmen wir das Beispiel der Automobilhersteller in Deutschland. Automobilhersteller verkaufen klassischerweise ihre Fahrzeuge in zertifizierten Autohäusern. Das heißt Sie haben online einen Konfigurator, da können Sie Ihr Fahrzeug konfigurieren. Das funktioniert auch alles wunderbar, das können Sie auch ausdrucken, können Sie auch abspeichern. Sie können online auch schon eine Anfrage an den Händler schicken. Aber in der Regel, wenn sie das Auto wirklich kaufen wollen, müssen Sie immer noch zum Autohaus vor Ort gehen. Und ja jetzt könnten wir sagen. Na ja gut, das ist ja überhaupt kein digitales Geschäftsmodell. Nee das nicht. #00:08:02-4#

Aber es gibt viele Autohersteller in Deutschland, die haben mittlerweile ein digitales Geschäftsmodell entwickelt und haben eben Carsharing für sich entdeckt und stellen ihre Autos als Carsharing Autos zur Verfügung.

Hier kann man die Autos online suchen. Man kann sie dann reservieren und per digitaler Freischaltung am Fahrzeug, zum Beispiel über den Führerschein, kann man sich reinsetzen ins Auto und direkt losfahren. Und das Schöne daran ist, Sie bezahlen auch nur die gefahrenen Kilometer. Wenn sie dann fertig sind und an ihrem Reiseziel angekommen sind, können sie das Fahrzeug in Anführungsstrichen wieder einchecken und die Abrechnung startet. Das heißt Sie haben wirklich nur das bezahlt, was sie auch wirklich nutzen. Das erfreut die Kunden und die sind glücklich und brauchen in zum Beispiel Großstädten kein eigenes Auto mehr haben.

So das heißt. Damit haben sich die Automobilhersteller einen Markt erschlossen, der vielleicht vorher gar nicht ihre Zielgruppe war. #00:09:01-5#

Ja Sie haben jetzt Städter angesprochen, die sich vielleicht vorher oder ohne dieses Angebot auch gar kein Auto gekauft hätten, die wären vielleicht stattdessen Fahrrad oder Straßenbahn gefahren. Aber so vielleicht für größere Einkäufe ist das doch ganz bequem mit so einem Auto.

Das ist also was einfach mal als Anregung, um auf so ein paar Ideen zu kommen, damit Sie eben schauen können, was passt für Ihre Branche, was passt für Ihr Unternehmen.

Und aus meiner Sicht ist da eben das IT-System oder der Einfluss durch die IT ein differenzierender Faktor, wo Sie sich eben von Marktteilnehmern absetzen können, die das nicht anbieten. Das ist mal so das eine.

Entwickeln Sie digitale Geschäftsmodelle strukturiert und übersichtlich mit Hilfe des Business Model Canvas

Und wie können Sie jetzt digitale Geschäftsmodelle strukturiert und übersichtlich entwickeln? Zunächst mal aus meiner Sicht ist das immer gut, wenn sich etwas, was Sie sich überlegen, kompakt darstellen lässt. Also auf die wesentlichen Faktoren reduziert darstellen lässt. Und das sollte man auch für die Entwicklung eines Geschäftsmodells beherzigen und hinbekommen. #00:09:58-9#

Ich denke man kann natürlich jedes Geschäftsmodell auf ganz vielen Seiten Papier aufschreiben, aber man sollte sich ja zunächst mal fragen, was sind denn eigentlich die wesentlichen Elemente. Und da gibt es ein Modell von Alexander Osterwalder. Das stellt er netterweise über die Creative Commons Lizenz auf strategizer.com zur Verfügung. Das können Sie da auch einsehen. Ich verlinke das in den Shownotes entsprechend, dass Sie da drauf referenzieren können. Das ist das Modell „Business Model Canvas“.

Also das Business Model Canvas ist eine sehr übersichtliche Struktur, um die wesentliche Bausteine von Geschäftsmodellen zu erfassen und sich zu überlegen in Gruppen und dann aber auch niederzuschreiben. Dieses Business Model Canvas Modell fokussiert sich auf 9 Kernbestandteile eines Geschäftsmodells. Ich nenne die erst mal und dann gehen wir nachher nochmal im Detail darauf ein. #00:10:58-8#

Also die 9 Kernbestandteile sind:

  1. zum ersten das Kundensegment. Also welche Kunden sprechen Sie an?
  2. Das Werteangebot. Welche Werte liefern Sie Ihren Kunden?
  3. Die Kanäle, über welche Kanäle sprechen Sie mit Ihren Kunden?
  4. Die Kundenbeziehung ist der vierte Punkt. Wie interagieren Sie mit ihrem Kunden.
  5. Der fünfte Punkt sind die Einnahmequellen. Wie generieren sie Umsatz?
  6. Der sechste Punkt sind die Schlüsselressourcen. Welche Ressourcen brauchen Sie, um ihre Aktivitäten durchzuführen.
  7. Der siebte Punkt ist die Schlüsselaktivitäten selber. Also welche Aktivitäten müssen Sie machen, damit Sie überhaupt ihr Geschäftsmodell unterstützen können.
  8. Der achte Punkt sind die Schlüsselpartner. Also welche Partner arbeiten Sie zusammen?
  9. Und der neunte Punkt ist die Kostenstruktur.

Also diese neun Punkte beschreiben dann ihr digitales Geschäftsmodell. Also Sie können die neun Punkte natürlich auch für jedes andere Geschäftsmodell nehmen. Es ist jetzt nicht spezifisch für digitale Geschäftsmodelle.

Warum sage ich das hier? Aus meiner Sicht hilft das, wenn man so ein Modell hat, um eine gewisse Struktur für sich zu finden und die Gespräche zu ordnen, die man eben dann führt. Sei es mit den Fachbereichen, sei es im Geschäftsführungskreis. #00:12:00-5#

1. Kundensegment

Einfach, wenn es um die Geschäftsmodellentwicklung geht, ist es aus meiner Sicht extrem gut, wenn man sich anhand dieser Fragestellung einfach mal überlegen kann, worauf man denn wirklich Wert legen möchte und bei den Kundensegmenten ist eben da die zentrale Frage. Wer sind eigentlich Ihre Kunden? Also wie jetzt eben zum Beispiel bei dem Carsharing Beispiel. Sprechen wir zum Beispiel mit unserem digitalen Geschäftsmodell eine Kundengruppe an, die wir vorher noch gar nicht angesprochen haben. Es kann ja durchaus sein, dass digitale Geschäftsmodelle plötzlich auch ganz andere Kunden im Fokus haben. Grundsätzlich sind Ihre Kunden die Nutzer Ihrer digitalen Services, wenn Sie Abonnements anbieten, sind es Abonnenten, die sie haben. Es sind also alles ihre zahlenden Kunden.

2. Wertangebot

Zum zweiten Punkt, Wertangebote, Value Prepositions genannt. Welche Kundenprobleme lösen Sie? Welche Bedürfnisse des Kunden werden durch ihre Produkte und Services erfüllt? #00:12:56-7#

Das ist auch wieder die Frage Ihrer Strategie im weitesten Sinne. Gehen Sie über eine Differenzierungsstrategie? Zum Beispiel liefern Sie das beste Design wie Apple. Oder wollen sie Prestige verkörpern. Haben Sie bestimmte Komfortdienste. Ich sag jetzt mal zum Beispiel Streaming von Musik ist ja deutlich komfortabler als, wenn Sie irgendwo ins Geschäft gehen müssen und eine CD kaufen und dann vielleicht nur zwei Lieder davon hören möchten. Aber Sie mussten trotzdem das ganze Album kaufen, das heißt sich Gedanken darüber zu machen, an welcher Stelle kann man eigentlich gewisse Produkte und Services auch entkoppeln und was möchte der Kunde dann eigentlich wirklich?

Oder streben Sie zum Beispiel die Kostenführerschaft an? Das ist zum Beispiel, wenn man jetzt mal schaut, Skype. Ja Skype können Sie kostenfrei nutzen und ist natürlich deutlich günstiger als alle möglichen Telefonanbieter, die international dann entsprechende Tarife auch haben.

3. Kanäle

Der dritte Punkt, welche Kanäle also Channels nutzen Sie? Über welche Kanäle kommunizieren Sie zum einen mit ihrem Kunden, aber zum anderen auch, über welche bieten Sie dann Ihre Services an? #00:13:59-2#

Das kann zum Beispiel im Web, klassisch Social-Media sein, über Blogs, über E-Mails, über E-Commerce Plattformen, auch vielleicht Elemente des Filialvertriebs haben oder Präsenzen vor Ort, wo Sie zum Beispiel spezifische Showrooms anbieten, dass sie im Prinzip auch noch mal ihre Produkte zeigen und anbieten können. Aber eben halt in so einer Kombination.

4. Kundenbeziehungen

Kundenbeziehungen Customer Relations. Wie managen Sie und pflegen Sie ihre Kundenbeziehung? Hören Sie auch auf Ihre Zielgruppe? Also das ist auch was. Gerade in digitalen Geschäftsmodellen gehen die Firmen dazu über wirklich zu sagen, was, wir schauen auch, was von den Kunden zurückkommt. Da gibt es eben auch diverse Möglichkeiten, ja mittlerweile mit der Technologie, zum Beispiel Social Media Analysen zu machen, also Twitter Feeds, Facebook Kommentare und so weiter zu screenen und zu schauen inwieweit das eigene Unternehmen genannt wird. Ob es positiver Weise genannt wird, ob es vielleicht neutraler oder in negativer Weise genannt wird. #00:14:57-7#

Das können sie eben damit analysieren und das ist auch wichtig, weil Sie ja da immanent direkte Rückmeldung bekommen von ihrer Zielgruppe, ob ihres Services und Produkte ankommen. Das ist ja ein ganz wichtiger Faktor. Also vielleicht haben Sie eben auch schon eine Online-Community aufgebaut, wo Sie eben ganz viele Nutzer und Kunden, die Sie haben, schon online im Zugriff haben und da eben sich auch mit beschäftigen können und dann ist auch die Frage, ob sie offen sind für Innovationen aus ihrem Kundenkreis.

Also es machen zum Beispiel einige Anbieter, dass gewisse Produkte und Services auch von den Kunden mitentwickelt werden oder dass man eben wie so eine Art Challenges ausschreibt und sagt. Ja jetzt sagt uns doch mal, wollt ihr das lieber so oder wollt ihr das lieber so, dass man das abstimmen lässt oder eben halt mit den Kunden gemeinsam entwickeln lässt. Open Innovation ist da also auch noch ein Punkt.

5. Einnahmequellen

Der fünfte Punkt, die Einnahmequellen. Also über welche Quellen erhalten sie denn wirklich ihr Geld. Für welche Werte erhalten Sie auch Geld, die Sie anbieten. Was ist da Ihre Preisstrategie. Es kann ja sein, dass Sie sagen, wir möchten das Produkt oder Service einmal verkaufen. Und das ist es. #00:16:02-3#

Dann haben Sie natürlich weniger Interaktion mit ihrem Kunden. Andersrum können Sie sagen, ich biete auch eine Leasing oder ein Mietmodell an. Das ist so etwas wie ein Abo-Modell, Flatrate-Modelle, nutzerbasierte Modelle wie jetzt zum Beispiel bei dem Carsharing. Sie können sagen, ich habe Lizenzen, die ich verkaufe oder Vermittler Gebühren. Wenn Sie zum Beispiel diese Vermittlungs-Plattformen sehen, dann sind das ja Gebühren, die die Vermittler dafür bekommen, dass sie ihre digitale Plattform bereitstellen.

6. Schlüssel-Ressourcen

Der sechste Punkt, die Schlüssel-Ressourcen. Da sollte man sich beim Geschäftsmodell überlegen, welche Ressourcen, seien es Menschen, Software, finanzielle Mittel, Infrastruktur und was auch immer, benötige ich, um das Produkt oder den Service anzubieten.

Und was ist eben absolut unverzichtbar, damit ich das digitale Geschäftsmodell entsprechend auch so betreiben kann?

7. Schlüssel-Aktivitäten

Dann hab ich als siebten Punkt die Schlüssel-Aktivitäten. Das sind die Aktivitäten, die ich durchführe, damit ich das Produkt oder den Service anbieten kann, sei es eine Online-Plattform oder ein Online Service, zum Beispiel vielleicht auch ein Informationsdienst. #00:17:04-3#

8. Schlüssel-Partnerschaften

Der achte Punkt sind die Schlüssel-Partnerschaften, also für welche Ressourcen und Aktivitäten benötigen sie externe Partner, um diese Schlüssel-Aktivitäten, die wir, von denen wir gerade gesprochen haben, durchführen zu können. Und vielleicht denken Sie auch an solchen Stellen darüber nach gewisse Schlüssel-Aktivitäten auszulagern zu externen Partnern, weil man ja gerade auch im Detail im Bereich immer dazu neigt, gewisse Sachen lean und ganz schlank aufzubauen, was auch gut ist.

Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es auch wichtig ist, dass man sich Gedanken darübermacht, ob es diese Aktivität, die Sie auslagern möchten, eine differenzierende Aktivität ist und die dann eben nicht ausgelagert werden soll. Stellen Sie sich vor Google würde den Suchalgorithmus irgendwo von einem externen Partner verwalten lassen. Das wäre wahrscheinlich nicht clever. Und die veröffentlichen den ja auch nicht. Also machen Sie sich Gedanken darüber, was ist wirklich Ihr differenzierendes Merkmal, was sind Ihre differenzierenden Aktivitäten? #00:18:00-4#

Die müssen sie auch selber in-house aus meiner Sicht betreiben und die anderen Sachen, die können Sie sicherlich über Partnerschaften betreiben. Das ist auch genau richtig, denn man sagt auch, es gibt so ein digitales Ökosystem mit entsprechenden Partnern. Da gehe ich aber gleich nochmal darauf ein.

9. Kostenstruktur

Kommen wir vorher noch zum letzten Punkt, das ist der Punkt 9. Das ist die Kostenstruktur. Also was sind die Aufwendungen, die sie haben, um die Ressourcen zu beschaffen, die sie brauchen, um ihre Aktivitäten durchzuführen. Wo entstehen Ihnen Kosten im Rahmen Ihres digitalen Geschäftsmodells. Zum Beispiel im Rahmen der Technologie-Bereitstellung wie ihrer IT Kosten, die Sie vielleicht dann erhöhen müssen. Vielleicht haben sie auch noch gerade, wenn es um digitale Themen, haben Sie vielleicht höhere Sicherheitsaufwendungen, weil sie vielleicht vorher haben Sie sich möglichst abgekoppelt und haben sehr, sehr wenig, außer vielleicht der Website direkt ans Internet angebunden. Aber, wenn Sie ja jetzt digitale Services anbieten, dann müssen sie ja auch ihre IT ganz anders aufstellen. #00:19:00-1#

Weil dann haben Sie ja viel mehr Schnittstellen, die auch direkt durchgehen zum Internet und eben da auch entsprechend abgesichert werden müssen. Das ist auch ein Punkt, den sollte man beachten. Wenn man da noch einmal reinschaut und wo sie auch drauf achten sollten aus der IT-Brille wieder. Aus meiner Sicht, wenn Sie hergehen und sagen, wir bauen so etwas auf, habe ich gerade schon gesagt. Man ist bedacht darauf das schlank aufzubauen, was auch gut ist.

Und das kann man eben genau bei der Kostenstruktur sehr gut machen, indem man vielleicht auch Plattformen nutzt oder skalierbare Lösungen nutzt, die man entsprechend selber mietet. Aus dem Software Service Gedanken, dass man eben vielleicht nicht sein eigenes Rechenzentrum erweitert oder aufbaut dafür, sondern eben mal schaut, an welchen Stellen kann ich eigentlich Software oder Plattform nutzen, die es schon gibt, die ich entsprechend mieten kann oder die dann auch entsprechend skalierbar sind. Wenn der Service wächst und wenn das Produkt gut ankommt und ich das eben entsprechend machen kann. #00:19:57-7#

Geschwindigkeit zählt in der digitalen Welt

Ganz abschließend zu dem Thema noch digitales Geschäftsmodell ist aus meiner Sicht auch ein Thema der Geschwindigkeit. Inwiefern sind Sie in der Lage dieses Geschäftsmodell auch schnell zu testen und zu schauen, ob es greift. Also bevor Sie jetzt horrende Summen da rein investieren, sollten Sie vorher ein Gefühl dafür bekommen, ob das auch greift also insofern mit einer abgespeckten Variante.

An der Stelle schon mal zu starten und zu gucken, ob der Markt das auch annimmt und ihre Bemühungen da eben auch auf entsprechende Rückmeldungen treffen. Das ist glaube ich was, das sollte man gerade im Thema digitale Geschäftsmodelle machen. Das ist sicherlich sehr, sehr hilfreich. Und ja jetzt fragen Sie sich sicherlich. Gut jetzt habe ich die neuen Bestandteile eines digitalen Geschäftsmodells.

Workshops zur Erarbeitung des digitalen Geschäftsmodells im Team zwischen IT und Fachbereichen

Wenn ich das jetzt klein und kompakt erarbeiten möchte, wie gehe ich denn da jetzt vor. In Workshops zusammen mit IT und Fachbereichen ist es aus meiner Sicht essenziell, dass sie schauen was sind denn wirklich die Kundenwünsche. Was sind die Bedürfnisse des Kunden? Was für Produkte und Services braucht er? Was können Sie liefern? Wo ist Ihre absolute Expertise? #00:21:01-8#

Mit welchen Services und Produkten sind Sie groß geworden, ist Ihr Unternehmen groß geworden? Wofür steht das? Und dass Sie dann schauen, wie können sie sich auch gut vernetzen mit anderen Unternehmen, die vielleicht ja parallel zu ihren Themen Sachen anbieten, den Kunden auch interessieren könnten. Also sozusagen Allianzen für ein digitales Ökosystem, das Sie eben noch mehr breiteres Angebot für den Kunden liefern können. Und insofern machen Sie es ja auch attraktiver. Man kommt ja dann häufiger als Kunde auf ihre Plattform, ist insofern viel häufiger mit Ihnen Kontakt und Sie haben auch wieder stärkere Rückmeldungen und können sicherlich deutlich mehr davon auch partizipieren. Aus meiner Sicht zusammenfassend, digitale Geschäftsmodelle funktionieren nur, wenn der Fachbereich und die IT zusammenarbeiten, wenn Sie interdisziplinäre Teams haben, die vielleicht auch eine gewisse Verantwortung haben. Für diesen Teil des Geschäftsmodells, dass Sie eben eigenständig gewisse Entscheidungen auch schneller treffen können. #00:22:03-7#

Andersherum aber eben auch in Ihren Gesamtkonzerns oder in Ihr Gesamtunternehmen ihren mittelständischen Betrieb eingegliedert sind und da entsprechend aktiv werden können. Ich hoffe, die Folge hat Ihnen gefallen. #00:22:34-7#

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Bildnachweis: © CC0 Public Domain/ pixabay.com

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